Sallmutter: Kur ist kein Urlaub

Wien (OTS) - "Die Krankenstandstage sind in den letzten drei
Jahren um rund 10 Prozent gesunken. Bei dem herrschenden Druck auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich vorzuschlagen, Kuraufenthalte auf den Urlaub anzurechnen zeugt von einem vollkommen fehlenden gesundheitspolitischen Verständnis. Ein Kuraufenthalt dient der Festigung der Gesundheit von Menschen, die unter meist chronischen Beeinträchtigungen leiden. Das Ziel eines Kuraufenthaltes ist die Erhaltung der Gesundheit und der Arbeitsfähigkeit. Eine Kur als Urlaub zu sehen ist schlicht sachlich falsch. Die neuerliche Forderung des Wirtschaftsbundes nach Anrechnung der ersten Woche eines Kuraufenthaltes auf den Urlaub lehne ich daher als vollkommen sachwidrig und unsozial ab", reagiert Hans Sallmutter, der Präsident des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger auf eine diesbezügliche Aussendung von Wirtschaftsbund-Generalsekretär Reinhold Mitterlehner.

"Die Wirtschaft spielt hier wieder einmal mit der Angst der Menschen", kritisiert Sallmutter. Bereits im Jahr 1997 sind, trotz einer steigenden Anzahl von beantragten und bewilligten Kuraufenthalten, die tatsächlichen Antritte von 150.200 (1996) auf 147.488 zurückgegangen. Im übrigen leisten die Kurpatienten seit Juli 1996 einen zusätzlichen finanziellen Beitrag in Form eines Selbstbehaltes. Sallmutter wehrt sich vehement gegen den erneuten Versuch des Wirtschaftsbundes, die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes zu schüren, und Menschen dazu zu bewegen Raubbau an ihrer Gesundheit zu betreiben. "Das ist unmenschlich, aber auch aus gesundheitspolitischer und gesamtwirtschaftlicher Sicht kurzsichtig", so Sallmutter.

"Ein positives Betriebs- und Wirtschaftsklima ist die beste Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens", meint Sallmutter.

Alt aber noch immer nicht besser sei der Vorschlag des Wirtschaftsbundes einer privaten Sport- und Freizeitunfallversicherung. "Hier geht es bekanntermaßen darum, durch die Sozialversicherung derzeit abgedeckte Behandlungskosten auf die Taschen der Österreicher abzuwälzen", so Sallmutter. "Wenn wir aus gesundheitspolitischen Überlegungen heraus wollen, daß die Menschen Sport betreiben, dann macht es keinen Sinn zu verlangen, daß für allenfalls dabei auftretende Verletzungen privat aufzukommen ist" meint der Präsident des Hauptverbandes. Es sei gesundheitspolitisch teurer, wenn die Menschen keinen Sport betreiben würden.

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