Wälder durch Klimawandel gefährdet WWF fordert rasche Reduktion der Treibhausgase

Wien (OTS) - Die Wälder der Erde sind durch den globalen Klimawandel stark gefährdet dies zeigt eine Studie des World Wide Fund For Nature (WWF), die heute in Buenos Aires zum bevorstehenden Beginn der 4. UN Klimakonferenz präsentiert wird. Ein Drittel der Wälder der Erde können durch den globalen Klimawandel betroffen werden und damit viele teils gefährdete Tier- und Pflanzenarten, wie z.B. der Grizzly Bär das nordamerikanische Waldcaribou oder der Bengal Tiger.

Erste Anzeichen des Klimawandels und daß die Wälder sich verändern werden weltweit nachgewiesen. In Gegenden wie den Cascade Mountains in den USA und in den europäischen Alpen dringen Wälder bereits in alpines Weideland vor. Die Baumgrenze verschiebt sich langsam nach Norden in die Tundra der kanadischen Arktis. In den Nebelwäldern Costa Ricas kam es zu einer drastische Verringerung von Waldreptilien, Fröschen und Kröten auf Grund klimatischer Änderungen und in Alaska wurde nach einer Periode ungewöhnlich warmer Jahre eine Waldfläche von 20 Millionen Hektar durch Schädlinge zerstört.

Der WWF identifizierte jene Wälder welche besonders sensibel auf Änderung des Klimas reagieren und daher durch den globalen Klimawandel bedroht sind. Sie reichen von den borealen Wälder des Nordens bis zu den tropischen Wälder des Äquators. Es sind die Mangrovenwälder, die durch den steigenden Meerespiegel bedroht sind ebenso wie Hochgebirgswälder.

Gerade die Gebirgswälder Österreichs sind ein Lebensraum der sehr sensibel für Klimawandel ist. Bisher durchgeführte Studien aus Österreich und der Schweiz gehen von einer Verschiebung der Höhenstufen der Vegetation um 300 bis 400 m nach oben aus. Bis zur Mitte des nächsten Jahrhunderts soll es zu einer Erwärmung im Sommer um 2,5 und im Winter um 1,5 ° C sowie zu einer Verringerung des Niederschlages um 15 % im Sommerhalbjahr kommen.

Es wird mit einer starken Änderung der natürlichen Baumartenzusammensetzung, mit Problemen bei Blüte oder Keimung der Baumarten und mit einem flächigen Absterben von tieferliegenden Fichtenbeständen gerechnet. Es ist auch mit einer Veränderung der Verbreitung, einer rascheren Entwicklung und mit einer Massenvermehrung von Schädlingen zu rechnen.

"Wälder sind nicht der große Schwamm zum Aufsaugen der CO2 Emissionen wie sich das einige wünschen" so Dr. Stephan Singer vom WWF Deutschland auf der Pressekonferenz in Buenos Aires. "Wälder können kein Ersatz für Maßnahmen zur CO2 Reduktion in den Industrienationen sein".

Die Verwendung von Wäldern zur Bindung von CO2 ist eines der sogenannten "Schlupflöcher" im Kyoto Protokoll. "Wenn diese Schlupflöcher nicht geschlossen werden", so warnt Singer, "kann es dazu kommen, daß die Industrienationen ihre Reduktionsziele formal auf dem Papier erfüllen, aber ihre heimischen Emissionen weiter steigern."

Regierungen von rund 170 Ländern verhandeln in den nächsten beiden Wochen (2.-13. November) auf der vierten UN Klimakonferenz in Buenos Aires, Argentinien über die weitere Zukunft des internationalen Klimschutzes. Im Vorjahr verpflichteten sich die Industrie-nationen auf der Konferenz in Kyoto zu einer geringen Reduktion um 5,2 % innerhalb von 15 Jahren. Zusätzlich wurden eine Reihe von "flexiblen Mechanismen" eingeführt wie z.B. Emissionshandel, oder projektbezogene Maßnahmen in anderen Ländern welche eine Erreichung des Zieles erleichtern soll.

Der WWF ist überzeugt, daß das Ziel zu gering ist um vor negativen Auswirkungen des globalen Klimawandels zu schützen und fordert rasche und effektive Reduktionen der Treibhausgas Emissionen. In Buenos Aires müssen die "Schlupflöcher" des Kyoto Protokolls geschlossen werden und ein klarer Plan mit definierten Aufgaben und Zeiträumen zur Klärung der noch offenen Fragen erstellt werde.

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