BERICHTIGTE WIEDEHOLUNG OTS0089 Wirtschaftsbund will erste Kurwoche auf Urlaub anrechnen

Mitterlehner: Würde Lohnnebenkosten um rund 2 Mrd. Schilling senken - Kuraufenthalte derzeit Krankenständen gleichgestellt

Wien (ÖWB) - Der Wirtschaftsbund fordert die Anrechnung der ersten Woche eines Kuraufenthalts auf den Urlaub. Damit könnten die Lohnnebenkosten um rund 2 Milliarden Schilling entlastet werden. Österreich leiste sich europaweit nicht nur den höchsten gesetzlichen Urlaubsanspruch, sondern auch eine der großzügigsten Regelungen bei Krankenständen. Die teilweise Anrechnung von Kuren sei daher durchaus vertretbar, sagte Wirtschaftsbund-Generalsekretär Reinhold Mitterlehner heute FREITAG. ****

In Österreich würden jährlich etwa 190.000 Kurwochen konsumiert. Eine Woche Kur koste die Betriebe rund 2 Milliarden Schilling, weil während der Kur, die gesetzlich als Krankenstand gelte, der Lohn zu 100 Prozent fortgezahlt werden müsse. Mitterlehner betonte, daß Österreich von allen EU-Staaten mit bis zu 36 Urlaubstagen den mit Abstand höchsten gesetzlichen Urlaubsanspruch aufweise. Da dieser auch nicht durch Karenztage im Krankheitsfall geschmälert werde, sei es aus Sicht des Wirtschaftsbundes durchaus argumentierbar, einen Teil des Urlaubs für die Anrechnung von Kuren heranzuziehen.

Die teilweise Anrechnung von Kuren auf den Urlaub werde bereits in einigen EU-Staaten praktiziert. So würden in Deutschland für jede Kurwoche zwei Tage angerechnet, in Italien würden Kuren zur Gänze Urlauben gleichgestellt, und in den Niederlanden bestehe überhaupt kein gesetzlicher Anspruch auf Kururlaube.

Die Forderung nach Anrechnung der ersten Kurwoche auf den Urlaub ist Bestandteil der Wirtschaftsbund-Kampagne "Mehr netto, weniger brutto" zur Senkung der Lohnnebenkosten. Darin werden weiters die Reform der Wohnbauförderung, die Aliquotierung des Urlaubsanspruchs und die Schaffung einer privaten Versicherung für Sport- und Freizeitunfälle gefordert.

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