Berentzen-Gruppe AG: Paragraph 15 WpHG-Mitteilung

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Zwischenbericht Januar - September 1998

Geschäftsentwicklung im dritten Quartal abgeschwächt

Naßkalter Sommer führt zu Absatzrückgängen - Auslandsgeschäft weiter ausgebaut

Die Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft, Haselünne, hat im dritten Quartal 1998 aufgrund des naßkalten Sommerverlaufs Absatzrückgänge verzeichnet. Sowohl der Absatz von alkoholfreien Getränken als auch der Absatz von Spirituosen blieb von Juli bis September um rund fünf Prozent hinter dem zweiten Quartal zurück. Auch der Umsatz ohne Branntwein- steuer lag im dritten Quartal mit 96,6 Millionen DM fünf Prozent unter dem Vorquartal. Kumuliert erzielte die Gruppe bis Ende September 1998 einen Umsatz von 678,3 Millionen DM inklusive beziehungsweise 293,5 Millionen DM exklusive Branntweinsteuer (1997: 821 Mio DM bzw. 359 Mio DM). Obwohl im dritten Quartal ein negatives Ergebnis von 1,2 Millionen DM angefallen ist, ist das Ergebnis für die ersten neun Monate mit 1,8 Millionen DM weiter positiv (1997: 4,1 Mio DM). Für das vierte Quartal erwartet der Vorstand eine Belebung des Geschäftsverlaufs und eine Steigerung des Ertrags.

Spirituosen trugen mit 238,1 Millionen DM zum Umsatz ohne Branntweinsteuer bei (1997: 304,4 Mio DM), Markenspirituosen mit 169,7 Millionen DM und Handels- und Zweitmarken mit 68,4 Millionen DM (1997: 224,6 Mio DM bzw. 79,8 Mio DM). Der Umsatz mit alkoholfreien Getränken erreichte 55,4 Millionen DM (1997: 55,5 Mio DM). Der in Deutschland erzielte Umsatz lag bei 266,5 Millionen DM, im Ausland betrugen die Umsatzerlöse 28,0 Millionen DM (1997: 341,6 Mio DM bzw. 17,4 Mio DM).

Spirituosenabsatz im Ausland fast verdoppelt

In einem unverändert rückläufigen Spirituosenmarkt hat die Berentzen-Gruppe bis Ende September 1998 83,4 Millionen 0,7 l-Flaschen Spirituosen abgesetzt (1997: 93,0 Mio Flaschen). Während der Absatz von Handels- und Zweitmarken im Jahresverlauf von Quartal zu Quartal leicht zugelegt hat und bis Ende September 40,9 Millionen Flaschen (1997: 48,0 Mio Flaschen) erreichte, entwickelten sich Markenspirituosen im dritten Quartal etwas schwächer als im Vorquartal und kommen im Jahresverlauf auf 42,5 Millionen Flaschen (1997: 45,0 Mio Flaschen). Bereinigt um die Produktlinie der leicht-alkoholischen Mischgetränke lag der Absatz von Markenspirituosen Ende

September lediglich noch vier Prozent unter dem Vorjahr. Sowohl bei Marken- spirituosen als auch bei Handels- und Zweitmarken hat sich der Absatzrückgang im dritten Quartal weiter abgeschwächt.

Durch die Übernahme des tschechischen Spirituosenimporteurs Eurobrands im Dezember 1997 hat sich der Auslandsabsatz von Spirituosen nahezu verdoppelt. Insgesamt wurden außerhalb Deutschlands 1998 bislang 11,1 Millionen Flaschen Spirituosen abgesetzt (1997: 5,7 Mio Flaschen).

Alkoholfreie Getränke mit deutlichem Absatzrückgang

Der Absatz von alkoholfreien Getränken war mit 912.000 Hektolitern bis Ende September 1998 fünf Prozent geringer als im Vorjahr (1997: 960.000 hl). Hervorgerufen durch den ungewöhnlich naßkalten Sommer entwickelte sich vor allem der Absatz im dritten Quartal schlecht und blieb 11 Prozent hinter dem Wert des Vergleichsquartals des Vorjahres zurück. Der stagnierende Absatz von alkoholfreien Getränken im Gesamtmarkt bei sinkenden Umsätzen hat zudem den Verdrängungswettbewerb weiter intensiviert. Der Vorstand analysiert daher zur Zeit detailliert die Kostenstrukturen in diesem Geschäftsfeld, um Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung einzuleiten.

Stammgeschäft positiv

Das Stammgeschäft legte im Vergleich zur Vorjahresperiode leicht um zwei Prozent auf 272,9 Millionen DM zu (1997: 268 Mio DM). Deutlich schwächer entwickelten sich die mit neuen Produkten und Akquisitionen erzielten Umsätze. Aufgrund der geringeren Anzahl neu eingeführter Produkte sank deren Umsatz von 36 Millionen DM 1997 auf 10,5 Millionen DM 1998. Die geplant reduzierte Innovationstätigkeit ist Bestandteil der Konzentration von Marketing und Vertrieb auf die Hauptmarken im Spirituosenbereich, vor allem im Hinblick auf den für dieses Jahr geplanten Relaunch der Dachmarke Berentzen, der im September vorgestellt wurde. Auch der Umsatzbeitrag von Akquisitionen sank deutlich von 56 Millionen DM 1997 auf 10,2 Millionen DM 1998, da darin 1998 lediglich die Umsatzbeiträge des im Dezember 1997 übernommenen tschechischen Spirituosenimporteurs Eurobrands enthalten sind.

Der Materialaufwand sank um 27 Prozent auf 117 Millionen DM vor allem aufgrund des höheren Anteils von klaren Spirituosen und Mineralwässern am Absatz. Die Personalaufwendungen sanken um 18 Prozent auf 45 Millionen DM. Die Zahl der Mitarbeiter ging von 1.123 auf 900 zurück. Auch die Aufwendungen für Marketing und sonstigen betrieblichen Aufwand lagen unter dem Vorjahres- wert, so daß sich die Gesamtaufwendungen der Gruppe um insgesamt 25 Prozent auf 290 Millionen DM reduzierten.

Der deutlich reduzierte Betriebsaufwand ist nicht zuletzt die Folge des 1998 laufenden Restrukturierungsprogramms zur Optimierung von Produktion und Logistik, das Ende September weitgehend abgeschlossen war. Auch die Einführung von SAP/R3 verläuft weiter planmäßig und wird Mitte 1999 abgeschlossen sein.

Positive Resonanz auf den Relaunch der Dachmarke Berentzen

Im September ist der komplett überarbeitete Produktauftritt der Dachmarke Berentzen vorgestellt worden. Die erste Resonanz auf den Relaunch der Dachmarke Berentzen bei den Kunden war durchweg positiv. Mit der Auslieferung der überarbeiteten Produkte ist Mitte Oktober begonnen worden.

Aufgrund der positiven Resonanz auf den Relaunch sowie der fortgesetzten Stabilisierungstendenzen beim Spirituosenabsatz erwartet die Berentzen-Gruppe im vierten Quartal trotz der unverändert schwierigen Rahmenbedingungen eine Belebung des Geschäftsverlaufs und ein positives Ergebnis. Für das gesamte Geschäftsjahr 1998 wird mit einem Umsatz ohne Branntweinsteuer von über 400 Millionen DM gerechnet.

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