Wie wichtig sind Impfungen? Wer sie ablehnt, setzt die Gesundheit seines Kindes aufs Spiel

Stuttgart (ots) - Schutzimpfungen gehören zu den wirksamsten Präventivmaßnahmen, so die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut Berlin in der Novemberausgabe der Zeitschrift Das Beste - Reader's Digest. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich; gravierende Nebenwirkungen ganz selten.

Dennoch gelingt es Impfgegnern immer wieder, unerfahrene Eltern zu verunsichern. Nach einer Erhebung lehnen 1,5 Prozent aller Eltern Impfungen ab. Die Zahl der Skeptiker bewegt sich je nach Impfung zwischen 10 und 26 Prozent.

An dieser Entwicklung sind die Ärzte nicht unbeteiligt. Einige Kinderkrankheiten sind so selten geworden, da sie von vielen Ärzten erst sehr spät erkannt werden. Zum Beispiel haben viele noch nie ein diphtheriekrankes Kind gesehen. Gleiches gilt für die Kinderlähmung. Vor allem jüngere Ärzte wissen zuwenig über Infektionen, weil sie während des Studiums damit kaum in Berührung gekommen sind.

Der Kieler Infektionsspezialist Professor Dr. Heinz-J. Schmitt:
"Weder Infektiologie noch Infektionsepidemiologie ist Lehrfach bei der Arztausbildung. Außerdem werden Impfungen schlecht vergütet. "So erhält ein Arzt in Schleswig-Holstein weniger als 10 Mark für die Impfung eines Säuglings gegen sechs Zielkrankheiten. Doch die Aufklärung der Eltern kann allein bis zu einer halben Stunde dauern."

Ein weiterer Grund für die Impfmüdigkeit: Nach wie vor meinen viele Menschen, Mumps, Masern oder Röteln seien harmlos und jedes Kind sollte sie durchmachen. Weniger als 80 Prozent aller Kinder in Deutschland erhalten die empfohlene erste Masern-Mumps-Röteln-Impfung ab dem zwölften Lebensmonat. Die Zweitimpfung für Vier- bis Fünfjährige sogar weniger als 15 Prozent.

Auch Erwachsene sollten ihren Impfpaß regelmäßig kontrollieren und den Impfschutz gegen Diphtherie und Tetanus auffrischen lassen. Das gilt auch für die Röteln-Impfung von jungen Mädchen und Frauen, die noch nicht zweimal geimpft sind. Und vor allem bei Reisen nach Afrika und Asien sollte der Schutz gegen Polio aufgefrischt werden.

Die jährliche Impfung gegen die Virusgrippe wird besonders Menschen über 60 sowie allen Personen mit chronischen Krankheiten empfohlen. Aber auch Ärzte und Schwestern, Polizisten und Schalterbeamte und andere Personen mit Publikumsverkehr sollten sich im Herbst gegen Grippe impfen lassen.

Die Antwort auf die Frage, ob man Kinder noch impfen lassen sollte, lautet also eindeutig: ja!

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