Laut einem Geheimdossier der Nationalbank hat Wolfgang Rieger seit Ende Juli 550 Millionen ins Ausland verschoben

Vorausmeldung zu NEWS 44/98 vom 29.10.1998 Die Nationalbank übt heftige Kritik am Wirtschaftsprüfer Walter Türke, der seit 1989 die Bilanzen der Riegerbank testiert Diskont Bank-Chef Alfred Furhmann gab gegenüber dem Frankfurter Masseverwalter des European Kings Club zu Protokoll, daß die Bank für Rieger-Anleihen in Höhe von rund 80 Millionen Schilling hafte

Wien (OTS) - In der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe zitiert
das Nachrichtenmagazin NEWS aus dem mehrere hundert Seiten starken Geheimdossier der Nationalbank über die Riegerbank.

Laut NEWS hat die Nationalbank festgestellt, daß Rieger seit Ende Juli 550 Millionen Schilling ins Ausland verschoben hat. Zitat aus einem mit 23. September datierten OeNB-Brief an Alexander Gancz von der Bankenaufsicht, der NEWS exklusiv vorliegt: "Es ist jedoch besonders hervorzustreichen, daß die Riegerbank AG von diesen Bankforderungen in Höhe von ATS 581 Mio. seit Ende Juli ATS 550 Mio. zu ausländischen Banken verlagert hat."

Einschließlich der 107 Millionen Schilling, die er vor drei Wochen aus dem Tresor gestohlen hat, dürfte Rieger somit mit mindestens 650 Millionen Schilling auf der Flucht sein.

Heftige Kritik übt die Nationalbank laut NEWS auch am Wirtschaftsprüfer Walter Türke, der seit 1989 die Bilanzen der Riegerbank testiert. Zitat aus einem mit 21. Juli datierten OeNB-Brief an die Bankenaufsicht: "Diese Diskrepanz zwischen Jahresabschluß und Großkreditevidenz bezüglich der Bankverbindlichkeiten bestätigen die massiven Zweifel an der Tätigkeit des Bankprüfers, da sich zum wiederholten Male die Frage stellt, wie sorgfältig dieser Jahresabschluß vom Bankprüfer geprüft worden ist." Und: "Es zeigt sich, daß kaum eine Position des Monatsausweises mit dem Jahresabschluß übereinstimmt. Wieder einmal erhebt sich die Frage, wie der Bankprüfer im Bankaufsichtlichen Prüfungsbericht die Frage 60 'Die Meldungen nach §§ 74 und 75 wurden vollständig und rechtzeitig erstattet' mit 'ja' beantworten konnte."

Bei der durch die Pleite der Riegerbank in Turbulenzen geratenen Diskont Bank gibt es laut NEWS erstmals das Eingeständnis, bei Rieger-Anleihen auch eigenes Risiko eingegangen zu haben. Gegenüber dem Frankfurter Masseverwalter des European Kings Club, Gerhard Walter, hat Diskont Bank-Chef Alfred Fuhrmann letzten Mittwoch zu Protokoll gegeben, daß die Bank für Rieger-Anleihen in Höhe von rund 80 Millionen Schilling "hafte".

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