Schweinekrise in Niederösterreich:

EU soll Öffnung des russischen Marktes mehr unterstützen

Die österreichische Schweinewirtschaft ist in der Krise: Durch BSE und Schweinepest waren auf dem Schweinemarkt längere Zeit gute Erträge zu erwirtschaften. Viele Bauern stiegen daher auf die Schweineproduktion um, sodaß es in Europa nun einen Produktionsüberschuß von 10 Prozent gibt. Auch die Wirtschaftskrise in Asien am Beginn des heurigen Jahres schwächte den Schweineexport. Besonders betroffen davon sind die niederösterreichischen Schweinebauern, sie machen mit einem Anteil zwischen 30 und 40 Prozent einen Großteil der österreichischen Produzenten aus. "Unsere Preise sind im Keller: Ein Bauer bekommt derzeit pro Kilo Schlachtgewicht 11,50 Schilling. Vor einem Jahr waren es noch 28 Schilling", erklärte heute Ing. Johann Nolz, Geschäftsführer der NÖ Schweinebörse. Zusätzliches Problem sei die starke Konzentration des Lebensmittelhandels, zwei Großkonzerne hätten in Niederösterreich bereits einen Marktanteil von 60 Prozent. "Zwischen diesen Lebensmittelketten und der niederösterreichischen Schweinebörse herrscht derzeit ein gespanntes Klima." Ein Ausweg sei die Öffnung des russischen Marktes für österreichisches Schweinefleisch. Nolz erhofft sich von der EU stärkere Hilfe. Neben der Exportentlastung sei eine Weitergabe des Preisvorteils an die Konsumenten wünschenswert. Außerdem gebe es Bestrebungen der Vermarktungsorganisationen, europaweit produktionsbeschränkende Maßnahmen zu setzen, um diese Überschüsse künftig zu vermeiden.

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