Rotes Kreuz/Österreich Österreich: Umstrittener Film aus Österreich im Finale - Gewinnt Kongo-Dokumentation des Österreichers Helmut Sauper beim "ECHO TV & Radio Award" in Wien?

Wien (ÖRK) - "Kisangani Diary" heißt die aufsehenerregende und umstrittene Dokumentation des österreichischen Filmemachers und Regisseurs Hubert Sauper über das Flüchtlingselend von Zaire im Jahr 1997, als zwischen 300.000 und 500.000 Hutu-Flüchtlinge vor dem Bürgerkrieg in den Regenwald flohen. Das Schicksal der Männer, Frauen und Kinder ist bis heute nicht vollständig geklärt. Sauper selbst, dessen Film von Kritikern mit Coppolas "Apocalypse Now" verglichen wird, geriet während der Dreharbeiten sogar in Gefangenschaft.

Gestern erreichte Saupers Film das Finale in der Kategorie "Menschen auf der Flucht" der diesjährigen "ECHO TV & Radio Awards", die vom Amt für humanitäre Hilfe der Europäischen Gemeinschaft (European Community Humanitarian Office/ECHO) vergeben werden. ECHO verleiht insgesamt sechs Preise für die Berichterstattung über humanitäre Themen, die "angemessen und informativ, ohne sprachlich oder visuell in Stereotypen zu verfallen", dargestellt werden. Aus Anlaß der österreichischen EU-Präsidentschaft werden die "ECHO TV & Radio Awards" heuer am 3. Dezember in Wien vergeben.

Hubert Saupers Film hatte nach seiner Ausstrahlung in der ORF-Sendung "Am Schauplatz" teils heftige Reaktionen ausgelöst. So wurde kritisiert, daß eine deklariert subjektive und künstlerische Haltung nur bequemer Vorwand sei, auf "dieses lästige WerWoWarum" zu verzichten, "das uns an herkömmlichen Dokumentationen immer so nervt." Auf zahlreichen Filmfestivals dagegen erntete "Kisangani Diary" hymnische Kritiken, unter anderem auch von Filmschaffenden wie Volker Schlöndorff oder Suzette Glenadel (ARTE).

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28. Oktober 1998

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Österr. Rotes Kreuz

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