EU-Bildungsminister in Baden

Europäische Bildungsprogramme im Mittelpunkt

Baden (NLK) - Der zweite Tag der Konferenz der EU-Bildungsminister in Baden stand heute ganz im Zeichen der neuen Bildungs- und Berufsbildungsprogramme in Europa. Dabei ging es vor allem darum, im Hinblick auf den Ministerrat am 4. Dezember eine politische Einigung mit allen Mitgliedsstaaten zustande zu bringen, meinte dazu heute Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer. Eine wichtige Frage sei dabei die Laufzeit der Programme gewesen. In den Ausschüssen müsse nun diskutiert werden, ob die Programm fünf oder sieben Jahre laufen sollen. Diese Entscheidung müsse auf breitester Ebene mitgetragen werden. Wichtig für Gehrer ist auch die finanzielle Ausstattung der Programme sowie mehr Transparenz, weniger Bürokratie und schnellere Projektabläufe. Zudem sollen zehn Prozent des EU-Bildungsbudgets in die Erwachsenenbildung gehen. ****

EU-Kommissarin Edith Cresson meldete ihre Bedenken in Bezug auf eine siebenjährige Laufzeit der Programme an, vor allem in Hinblick auf die Agenda 2000 aber auch auf die EU-Osterweiterung. Bei einer derartig langen Laufzeit müßte das Budget aufgestockt werden. Das sei aber derzeit kaum durchsetzbar.

Für Wissenschaftsminister Caspar Einem gehe es bei der Budgetfrage vor allem um die Bereiche Forschung, Bildungsprogramme und Transeuropäische Netze. Es sei auf jeden Fall unverständlich, wenn "für Baumschulen mehr als für Forschung ausgegeben wird". Derzeit betrage das gesamte EU-Bildungsbudget rund ein halbes Prozent aller Ausgaben. Unverständlich sei es für ihn auch, wenn die Wissenschaftsminister der größten EU-Mitgliedsstaaten (England, Deutschland, Italien und Frankreich) sich für eine gesamteuropäische Universität aussprechen, sie jedoch die anderen Mitgliedsstaaten bei dieser Diskussion nicht miteinbeziehen. Grundsätzlich stehe er einer derartigen Einrichtung positiv gegenüber. Österreich werde sich weiters auch dafür einsetzen, daß Universität und Land innerhalb der Europäischen Union gewechselt werden können. Was derzeit weiters noch fehle seien einheitliche Abschlüsse innerhalb der EU.

(Schluß)

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