EWAG: Wirtschaft für "großzügigere" Kleinbetriebsregelung

Rege Podiumsdiskussion beim Club Euro mit Vertretern der WKÖ, AK, Österreichischen Nationalbank und des Finanzministeriums

Wien (PWK) - Daß es in Österreich - wenn auch als einzigem Land in Europa - zu einer gesetzlich geregelten doppelten Preisauszeichnung kommen wird, daran hegen die Sozialpartner keinen Zweifel mehr. Wie der Entwurf des Euro-Währungsangabengesetzes (EWAG) im Detail noch modifiziert werden soll, darüber muß noch ein wenig verhandelt werden. "Die bisherigen Gespräche sind konstruktiv verlaufen, die Wirtschaft möchte allerdings sicherstellen, daß auf Kleinbetriebe bei der doppelten Preisauszeichnungspflicht besonders Rücksicht genommen wird", erklärte Werner Teufelsbauer, Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich, gestern abend bei einer Podiumsdiskussion des "Club Euro" im Haus der Wirtschaft. ****

Der Gastgeber, WKÖ-Vizepräsident Rene Alfons Haiden, unterstrich dies und führte aus, daß eine Einigung auf eine Dualpreis-Phase für die ersten drei Monate des Jahres 2002 ein idealer Kompromiß wäre. Am längsten werde die Automaten-Umstellung in Anspruch nehmen. "Diese dauert zwei Monate, mit dem ersten Quartal ist also durchaus auszukommen und macht auch auf Konsumentenseite Sinn, da die Konsumenten vorher ohnehin noch kein Euro-Bargeld in der Geldbörse haben werden".

Diskussionsteilnehmer Harald Glatz von der Arbeiterkammer Wien nahm dazu eine differenzierte Stellung ein und wies auf die psychologische Komponente hin, den Verbrauchern Sicherheit und Vertrauen bei der Umstellung nur durch eine möglichste lange Phase der doppelten Preisbeschilderung geben zu können. Von AK-Seite werden daher nach wie vor drei Monate vor und sechs Monate nach dem 1.1.2002 präferiert.

Thomas Wieser vom Finanzministerium, ebenfalls am Club Euro-Podium, bezog dazu diplomatisch Stellung: "Wir werden in Österreich sicherstellen, daß die Preise so lang wie nötig und so kurz wie möglich doppelt auszuzeichnen sind. Exzesse wird es weder in die eine noch in die andere Richtung geben".

Neben der doppelten Preisauszeichnung war auch die gesamteuropäische Wirtschaftspolitik Thema der Podiumsdiskussion. Franz Nauschnigg von der Österreichischen Nationalbank wies in seinen Ausführungen darauf hin, daß sich die Euro-Zone schon vor der offiziellen Einführung des Euro als eine "Insel der Stabilität in den derzeitigen Turbulenzen auf den internationalen Währungs- und Finanzmärkten" zeigt. Wie hoch dies auch für Österreich zu schätzen sei, ergeben Berechnungen der EU-Kommission: "Die Währungsturbulenzen Anfang 1995 verminderten das Wachstum der EU 1995 und 1996 um etwa 0,7 Prozentpunkte, in Deutschland und Österreich kosteten sie jeweils etwa 1,5 Prozentpunkte an Wachstum", berichtete Nauschnigg.

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Mag. Matthias Koch

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