Bartenstein: Senioren von politischer Mitwirkung nicht ausschließen

Internationales Senioren-Jahr 1999 als Chance für mehr Mitsprache

Wien (OTS) - "Ältere Menschen muß politische Mitsprache genauso möglich bleiben wie jüngeren. Basis für diese Mitsprache ist es, die gesellschaftliche Entwicklung mitzubestimmen und
mitzugestalten. Von dieser Teilhabe und der damit verbundenen öffentlichen Anerkennung dürfen wir Senioren nicht aussperren." Das erklärte Familienminister Dr. Martin Bartenstein heute, Freitag, bei der internationalen Tagung "Politische Mitsprache älterer Menschen in Europa" in Wien.

Viele ältere Menschen hätten heute das Gefühl, ausgeschlossen zu sein, so der Minister. "Sie fühlen sich in einer Gesellschaft, die dem Jugendkult huldigt, nicht mehr angesprochen, nicht mehr gebraucht und nicht mehr vollwertig akzeptiert."

Wenn es um die politische Mitwirkung von Senioren gehe, sind
laut Bartenstein einige Fragen offen: "Wir müssen uns fragen, ob unsere Institutionen wirklich fit für die Bevölkerungsentwicklung sind, ob die Seniorenbilder und die seniorenpolitischen Leistungen der Realität entsprechen, und ob es genügend Möglichkeiten des Dialogs zwischen den Generationen gibt." Als Chance, diese Fragen
zu diskutieren, sieht der Minister das Jahr 1999, das von der UNO zum Internationalen Jahr der älteren Menschen erklärt wurde. Ein eigener österreichischer Arbeitskreis beschäftigt sich aus diesem Anlaß mit der gesellschaftlichen Mitwirkung von Senioren.

Leistungen, die von Senioren erbracht werden, kämen in der öffentlichen Debatte nicht zur Sprache, bedauerte Bartenstein. So leisten Großeltern in 60 Prozent der Familien Unterstützung bei der Kinderbetreuung, 10 Prozent sogar täglich. Finanzielle Hilfe
an die Kinder- und Enkelgeneration seien in vielen Familien eine wichtige Stütze. Jeder zehnte Senior gibt jährlich laut einer Untersuchung des Familienministeriums über 40.000 Schilling
weiter.

Ein familienpolitisches Ziel müsse sein, ältere Menschen bei der Gestaltung eines aktiven dritten Lebensabschnitts zu unterstützen und zu motivieren, sagte Bartenstein. Senioren
sollten die Möglichkeit haben, ihre Interessen und Kompetenzen selbstbestimmt umsetzen zu können. Auf lokaler Ebene sei das Handlungsfeld besonders weit. Das Familienministerium unterstützt daher heuer und 1999 die Einrichtung von "Bürgerbüros für Jung und Alt" in den Gemeinden, in denen Senioren sich ehrenamtlich engagieren können.

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