AK: Neues Gewerbe "Selbständiger Buchhalter" schafft Beschäftigung

AK unterstützt IHS-Forderung nach Öffnung geschützter Bereiche bei freien Berufen

Wien (OTS) - Unterstützung der Arbeiterkammer findet eine
Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) über die geschützten Bereiche bei den freien Berufen. Maria Kubitschek, Leiterin der Abteilung für Wirtschaftspolitik, sieht langjährige Forderungen der AK bestätigt: "Wir haben uns immer für mehr Wettbewerb in diesen geschützten Bereichen eingesetzt." Die derzeitigen Regelungen entsprechen nicht den Anforderungen einer modernen Dienstleistungsgesellschaft und bedeuten zusätzlich hohe Kosten
vor allem für Kleinbetriebe. Eine Lockerung der starren Struktur der Freien Berufe könnte zudem zusätzliche Beschäftigung schaffen. ****

"Mehr Wettbewerb ist positiv," bentont Kubitschek, "sofern die betroffenen freien Berufe die fachlichen Voraussetzungen erfüllen und die sonstigen Rahmenbedingungen eines fairen Wettbewerbs
gegeben sind." So unterstützt die AK insbesondere eine Abschaffung der derzeitigen Mindestpreis-Festsetzungen, eine Aufhebung des Werbeverbotes für freie Berufe sowie Bestrebungen, höhere Haftungssummen für Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer einzuführen. Ebenfalls positiv steht die AK einer Abschaffung des Verbotes zur Filialbildung gegenüber, sowie der Möglichkeit eines Zusammenschlusses mehrerer freier Berufe zu einer gemeinsamen Gesellschaft. Damit würden viele hochwertige Dienstleistungen praktisch unter einem Dach angeboten werden und das würde den Bedürfnissen einer hochentwickelten Dienstleistungsgesellschaft entsprechen, so Kubitschek.

Als gute Gelegenheit, einen ersten Schritt in diese Richtung zu
tun, sieht die AK die Diskussion über die Schaffung des neuen qualifizierten Berufes der "Selbständigen Bilanzbuchhalter".

Die AK verspricht sich von der Schaffung dieses neuen Berufes
neue Arbeitsplätze und günstigere Beratungsleistungen für kleine Unternehmen. Insbesonere Frauen hätten dann bessere Chancen am Arbeitsmarkt. Derzeit ist die gesamte österreichische Wirtschaft auf rund 4000 Steuerberater und 1400 Wirtschaftsprüfer angewiesen. Aufgrund dieser eingeschränkten Konkurrenzsituation und des hohen Preisniveaus werden Beratungsleistungen von Kleinbetrieben häufig gar nicht oder am Schwarzmarkt nachgefragt, kritisiert Kubitschek.

Die Förderung des Wettbewerbs in den bis heute abgeschotteten Bereichen der Freien Berufe würde aus Sicht der AK nicht nur zu faireren Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Konsumenten führen, sondern auch die Schaffung von Beschäftigung fördern und liegt damit voll auf der Linie der Bundesregierung. Die AK setzt nun auf das Ergebnis der Beratungen im Parlament und hofft, daß dabei das Ziel der Schaffung von Beschäftigung dem Schutzinteresse eines Berufsstande übergordnet wird.

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