"1998 ein besonders unerfreuliches Jahr für die Gastronomie"

Hinterleitner vor Fachverbandstag: "Es wird Zeit, daß das Gastgewerbe auch einmal Entlastungen erfährt"

pwk - Das Jahr 1998 war für das heimische Gastgewerbe besonders unerfreulich. Die Gastronomie mußte ein schon unerträgliches Maß an Schlägen und Benachteiligungen hinnehmen, erklärte der Vorsteher des Fachverbandes Gastronomie, Komm.Rat Helmut Hinterleitner, am Donnerstag vor dem Fachverbandstag in Eisenstadt. ****

Das Jahr begann mit der Einführung der 0,5-Promillegrenze im Straßenverkehr. Der "nächste Streich" folgte im Juli, als der Nationalrat beschloß, dreitägige Veranstaltungen mit gastronomischem Angebot, sofern sie durch Körperschaften öffentlichen Rechts und gemeinnützige Vereine ausgerichtet werden, aus der Gewerbeordnung herauszunehmen. "Es ist völlig systemwidrig und unsinnig, eine gewerbliche Tätigkeit, für die grundsätzlich ein Befähigungsnachweis und ein Betriebsanlagenverfahren gefordert sind, für drei Tage völlig freizugeben", kritisiert Hinterleitner. Der einzige, der nach den Veranstaltungsgesetzen der Länder noch zuständig wäre, ist der Bürgermeister. "Ist er aber die geeignete Behörde, im Bedarfsfall gegen seine eigene Feuerwehr oder seine örtlichen Vereine vorzugehen?". Tatsache ist, daß dem Gastgewerbe im ländlichen Raum heftige und unfaire Konkurrenz erwächst und die Gasthäuser in den betroffenen Regionen am Wochenende verwaist sind.

Wie Hinterleitner betont, wurde der Finanzminister immer wieder darauf hingewiesen, daß durch eine verstärkte Überprüfung der Festveranstaltungen hunderte Millionen, wenn nicht Milliarden Schilling an Steuergeldern zu erwarten wären. Die Antwort der Finanz sei immer gleich gewesen: Wir haben dafür zuwenig Personal.

Die nach eigenen Angaben bescheidene Zahl an Finanzbeamten wird aber umso eifriger und konzentrierter gegen das Gastgewerbe eingesetzt. Am 20. September d.J. wurden, wie berichtet, mit Polizeiunterstützung an 16 Standorten des größten österreichischen Bierkonzerns Hausdurchsuchungen vorgenommen, um angebliche Schwarzverkäufe der Gastronomie aufzudecken. "Man sieht deutlich, wie hier mit zweierlei Maß gearbeitet wird!".

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