NÖ Innovationspreis 1998: Elektronik im Dienst des Umweltschutzes Elektronischer Baumdoktor Specht

Wien (OTS) - Von 55 Projekten, die für den NÖ. Innovationspreis 1998 eingereicht wurden, gab es eines, das alle Jurymitglieder stark beeindruckte - den Baumdoktor Specht, ein elektronisches Gerät, das der "Gesundenuntersuchung" von Bäumen dient. Dafür erhielt am 21. Oktober Dipl.-Ing. Dr. Gottfried Schaffar den NÖ. Innovationspreis, verbunden mit einem 100.000-Schilling-Scheck.

Bei der feierlichen Preisverleihung durch Landesrat Ernest Gabmann und Wirtschaftskammerpräsident Ing. Peter Reinbacher in St. Pölten wurde eines deutlich: "Don"t hesitate, innovate!" ist ein Slogan, der Dipl.-Ing. Dr. Schaffar, der in Hofern bei Retz ein privates Forschungsinstitut für Technische Physik leitet, auf den Leib geschneidert ist. Innovationen stehen bei ihm und seinem Team auf der Tagesordnung.

Das elektronische Gerät, für das Schaffar den Karl Ritter von Ghega-Preis erhalten hat, kann bei Nadelbäumen die so gefürchtete Rotfäule diagnostizieren, ohne den Baum zu verletzen. Es hat die Größe einer Zigarrenkiste und besteht aus zwei Teilen - der eine Teil klopft wie ein Specht den Baum mit einem dosierten Schlag ab, und der andere fungiert als "Stethoskop". Weil gesunde Bäume anders als kranke klingen, kann so festgestellt werden, ob ein Baum faul, wenig faul oder gesund ist.

Von der Idee bis zur Entwicklung des Prototyps dauerte es allerdings drei Jahre. Der "elektronische Specht", für den vor allem Waldbesitzer, Forstwirte und Stadtgartenämter Interesse angemeldet haben, wird im Frühjahr 1999 auf den Markt kommen. Die Produktion erfolgt bei der Firma Compact Electric in Wien.

Der Vorteil der Innovation Made in Niederösterreich liegt darin, daß erkrankte Nadelbäume - die Rotfäule ist leicht übertragbar -rechtzeitig erkannt, geschlägert und einer entsprechenden Nutzung zugeführt werden können. Zur ökologischen Bedeutung kommt damit auch eine ökonomische.

Ein weiteres Einsatzgebiet des elektronischen Spechts sind laut Dr. Schaffar Strommaste, die genauso wie Fichten faulen. Sie haben eine Lebensdauer zwischen 12 und 48 Jahren, werden aber "auf Verdacht" derzeit von der EVN nach 25 Jahren ausgewechselt. Ein gezielter Austausch würde aber wesentliche Kosteneinsparungen bringen.

Firmenprofil

Das Forschungsinstitut für Technische Physik von Dipl.-Ing. Dr. Gottfried Schaffar in Hofern bei Retz entstand 1975 aus einer Zivilingenieurkanzlei und spezialisierte sich auf Forschung und Auftragsentwicklung im industriell-technischen Bereich. Die Technologie umfaßt Simulation und Entwicklung.

Derzeit sind in dem Unternehmen drei Mitarbeiter beschäftigt, der Jahresumsatz beträgt 1,8 Millionen Schilling.

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