Gewerbeverein: Einems seltsame Forschungspolitik

Wien (OTS) - Eine merkwürdige Antwort für einen ressortzuständigen Minister gab Caspar Einem in der "Frankfurter Allgemeinen" auf die Frage, inwieweit das fünfte "EU-Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung" den Anliegen der KMU Rechnung trägt.

"Ich warne davor - so der Herr Minister - die Erwartungen zu hoch zu schrauben. Auch künftig wird nur ein kleiner Teil der KMU direkt an den Programmen teilnehmen."

- Mit dieser Einstellung von Österreichs - und derzeit auch der EU -oberstem Wissenschaftspolitiker konfrontiert, erzeugt man natürlich nicht gerade ein forschungsfreundliches Klima in Österreich.

- Es ist die Aufgabe eines "Zukunftsministers", Maßnahmen zu setzen, die auch KMU stimulieren, sich verstärkt am EU-internen Technologieaustausch und -transfer zu beteiligen. Jemand der schon von vornherein vor - möglicherweise - nicht eintretenden Erwartungen warnt, ist in der Position Einem's sehr fragwürdig. Er hätte vielmehr die Weichen zu stellen, daß das Wissenschaftsklima in Österreich endlich freundlicher wird.

- Auch wenn das von Einem hauptverantwortlich verfaßte neue SPÖ-Parteiprogramm eindeutig diese Partei als jene der Arbeitnehmer sieht, sollte er sich Gedanken machen, wer den Arbeitnehmern die Arbeit gibt: die Arbeitgeber. Und das sind zu weit mehr als 90 Prozent in Österreich - wie in der EU - KMU.

- Der Österreichische Gewerbeverein fordert den Wissenschaftsminister auf, uns nicht mit ängstlichen Warnungen im Sinne einer "self-fullfilling-prophecy" zu behelligen, sondern aktiv daranzugehen, ein Klima zu schaffen, daß es KMU wieder sinnvoll erscheinen läßt, noch intensiver zu forschen. Das fünfte EU-Rahmenprogramm wäre ein markanter "Kick" für eine derartige Einstellungsänderung. Es hat immerhin die Stimulierung der F&E-Aktivitäten als Schwerpunkt.

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