Gemeinsame Erklärung zum Industriestandort Österreich

Wien (Pwk) - Die Kollektivvertragsgemeinschaft des industriellen Eisen-/Metallsektors auf Arbeitgeberseite, die Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie und die Sektion Industrie und Gewerbe in der Gewerkschaft der Privatangestellten geben im Zusammenhang mit den Kollektivvertragsverhandlungen 1998 folgende gemeinsame Absichtserklärung zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Industrie- und Beschäftigungsstandortes Österreich ab: ****

Im Interesse des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit und der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie sprechen sich die Kollektivvertragspartner dafür aus, den Faktor Arbeit abgabenmäßig zu entlasten um der Konkurrenzfähigkeit hinsichtlich der Arbeitskostenentwicklung Rechnung zu tragen. Es geht darum, eine positive Einkommensentwicklung für die Arbeitnehmer zu fördern sowie die heimischen Betriebe in der Kostenkonkurrenz und den Industrie-und Beschäftigungsstandort Österreich zu stärken.

Konkrete Ansatzpunkte einer Reform im Bereich lohnsummenbezogener Abgaben könnten sein:

  • Wohnbauförderung
  • Familienlastenausgleichsfonds
  • Kommunalsteuer

Im Zuge der Steuerreform sollen auch die Rahmenbedingungen durch Vereinfachung der Steueradministration und durch Begünstigungen für Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen verbessert werden. Bezüglich der Förderung von Forschung und Entwicklung ebenso wie der Technologie und des Exports soll es endlich zu konkreten Maßnahmen kommen.

Die KV-Partner unterstützen aktiv die Maßnahmen der Bundesregierung, die der Nationale Aktionsplan für Beschäftigung festlegt. Sie treten ein für die verstärkte Nutzung der betreffenden Möglichkeiten, insbesondere der Bildungskarenz und des Solidaritätsprämienmodells.

Der eingeschlagene Weg zur Ausweitung industriespezifischer Lehrausbildung bzw. zur Schaffung neuer höherqualifizierender Berufsbilder soll fortgesetzt werden. Die Förderungsinstrumente für die Lehrausbildung sind zu vereinheitlichen. Die Benachteiligung der dualen Berufsausbildung gegenüber der schulischen Ausbildung soll beseitigt werden.

Die Kollektivvertragspartner im Bereich Metallindustrie fordern, daß auf gesetzlicher Ebene die entsprechenden Schritte gesetzt werden.
(Schluß) MH

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