Mindestlöhne- und Gehälter bei Eisen/Metall steigen um 3,7 %

IST-Löhne- und Gehälter werden um mindestens 2,7 % erhöht Einmahlzahlung in der Höhe von 2.500 Schilling vereinbart

Wien (Pwk) - Die Mindestlöhne- und Gehälter in der Metall- und Elektroindustrie steigen ab 1. November 1998 um 3,7 Prozent, die IST-Löhne- und Gehälter werden um mindestens 2,7 Prozent erhöht, wenn im Optionenmodell, das dem im Vorjahr ausgehandelten entspricht, eine Erhöhung der Lohnsumme um insgesamt 3,2 Prozent erfolgt. Wählt der Arbeitgeber nicht das Optionenmodell, dann erhöhen sich alle Ist-Löhne- und Gehälter einheitlich um 2,9 Prozent. Ergänzt wird das Optionenmodell um eine einmalige Prämienzahlung in der Höhe von 2.500 Schilling. Darauf haben sich die Kollektivvertragsgemeinschaft Eisen/Metall, die Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie und die Gewerkschaft der Privatangestellten am Montag abend in der Wirtschaftskammer Österreich geeinigt. ****

"Mit diesem Abschluß können wir nicht nur die Kaufkraft der Arbeitnehmer erhalten, sondern langfristig auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industriebetriebe stärken", erklärten die Chefverhandler der Arbeitgeber, Hermann Haslauer und Hans-Dieter Kneissl, im Anschluß an die Verhandlungen.

Mit der Fortsetzung des Optionenmodells bleiben die innerbetrieblichen Gestaltungsmöglichkeiten erhalten. Die einmalige Prämienzahlung wurde gewählt, um einerseits die Mitarbeiter an der guten Konjunktur des ersten Halbjahres teilhaben zu lassen, andererseits will man aber die zukünftigen Spielräume der Unternehmen nicht zu sehr belasten. Schon jetzt deutet alles darauf hin, daß die Konjunktur wieder abflachen wird. Erste Anzeichen dafür zeigen sich bereits beim wichtigste Handelspartner Deutschland, wo Konjunkturprognosen nach Bekanntgabe der neun Steuergesetzgebung bereits um 0,5 Prozent nach unten revidiert wurden.

Im Zuge der Kollektivvertragsverhandlungen haben sich die Sozialpartner bis auf die Fragen des Lohnsystems (Biennalsprung, Monatslohn)auch auf eine volle arbeitsrechtliche Angleichung der Arbeiter an die Angestellten geeinigt. Die wichtigsten Änderungen im neuen Kollektivvertrag betreffen die Kündigungstermine, das Entgelt bei Krankheit, die Behaltefrist für Lehrlinge, ärztliche Bestätigungen, Behördenwege und die Verfallsfristen bei Lohnansprüchen.

Das Verhandlungsklima bezeichneten Haslauer und Kneissl als hart aber fair, die Sozialpartnerschaft im Metallbereich habe gut und vor allem konstruktiv funktioniert.
(Schluß) MH

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK