AK: Die Bahn fährt in die falsche Richtung

Geplante Preiserhöhungen der ÖBB belasten erneut die Pendler

Wien (OTS) - Die ÖBB setzen falsche verkehrspolitische Signale, kritisiert die AK Wien. Daß mit 1.1.1999 die Preise schon wieder erhöht werden und die beliebte Fließdatum-Wochenkarte abgeschafft werden soll, trifft vor allem die Pendler hart. "Wer auf das Auto verzichtet und die umweltfreundliche Bahn benutzt, wird durch ständig steigende Preise und mangelnden Konfort bestraft", ärgern sich die Verkehrsexperten der AK Wien. Denn trotz regelmäßiger Tariferhöhungen würden veraltete Zugsgarnituren eingesetzt, die den Umstieg auf die Bahn nicht gerade attraktiv erschienen lassen. Innerhalb Wiens wird Bahnfahren sogar um mehr als ein Drittel teurer, kritisiert die AK****

Ab 1. Jänner nächsten Jahres sollen Pendler neuerlich zur Kassa gebeten werden, kritisiert die AK Wien. Die ÖBB werden sowohl die gewöhnlichen Fahrpreise als auch die Zeitkarten verteuern. Nach
dem Schock der letzten Erhöhung vor zehn Monaten fällt die geplante Anhebung zwar moderater aus, doch die Anreize für
Pendler, auf die Bahn umzusteigen, werden zunehmend geringer. Einerseits sind die Waggons in einem außerordentlich schlechten Zustand, andererseits wird es den Pendlern durch ständige Preiserhöhungen immer unattraktiver gemacht, für die tägliche Fahrt zur Arbeit auf die Bahn umzusteigen bzw weiterhin die Bahn
zu benützen.

Kritik übt die AK vor allem an der Streichung des Fließdatums bei der Wochenkarte. Fließdatum bedeutet, daß die Wochenkarte nicht von Montag bis Sonntag, sondern ab dem Tag des Kaufs sieben Tage lang gültig ist. Obwohl dieser Tarif vor knapp einem Jahr mit dem Argument der größeren Flexibilität sehr stark erhöht wurde, haben viele Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer dieses neue Angebot genützt. Aber das war anscheinend von Seiten der ÖBB gar nicht erwünscht, denn als Reaktion auf den gestiegenen Verkauf dieser Karte wird
das Fließdatum wieder gestrichen, kritisiert die Arbeiterkammer. Trotzdem wird die Verteuerung der Wochenkarte nicht rückgängig gemacht - sie wird sogar noch teurer. Die AK fordert vehement eine Beibehaltung des Fließdatums für die Wochenkarten. Es kann doch nicht Ziel der österreichischen Verkehrspolitik sein, das umweltfreundlichste Verkehrsmittel immer unattraktiver zu machen
und den Bahnbenützern ein Weiterfahren zu vermiesen.

Da die ÖBB auch für den VOR (Verkehrsverbund-Ostregion) die Schienentarife vorgeben, hat die Erhöhung der ÖBB-Tarife natürlich auch Auswirkungen auf den VOR-Tarif, der in der Kernzone durch die Preiserhöhung der Wiener Linien ohnehin schon verteuert wird. Im VOR haben Fahrgäste, die in Wien nur die Bahn benützen, die stärkste Erhöhung zu tragen. Die Zone 111 (ÖBB in Wien) wird sogar um 37,5 Prozent teurer.

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