Österreichs China-Handel einstweilen von Asien-Krise verschont

7,5 % Exportsteigerung im ersten Halbjahr - WKÖ forciert Regionalmärkte - Chancen für Holz und Umwelttechnologie

- - Die österreichischen Exporte nach China haben sich im ersten Halbjahr 1998 trotz der Rezession in Asien gut gehalten und konnten gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent auf 2,3 Mrd S zulegen, freut sich der Asien-Referent der Wirtschaftskammer Österreich, Karl Schmidt. Unter Einbeziehung von Hongkong lag der Halbjahres-Exportwert bei vier Mrd S. Österreichs Importe aus China stiegen in diesem Zeitraum um 7,2 Prozent auf 5,2 Mrd S an. ****

China hält sich wirtschaftlich wesentlich besser als die anderen asiatischen Staaten, erklärt Schmidt. Für 1998 werde mit einem Wirtschaftswachstum von sieben Prozent gerechnet, was im Hinblick auf die zum Teil starken Rezessionen in anderen Ländern der Region, besonders beachtlich sei. Eine Abwertung des Yüan konnte bisher vermieden werden, da China nach wie vor eine positive Handelsbilanz aufweist und über beträchtliche Devisenreserven verfügt.

Um den ansteigenden Trend im österreichischen Chinahandel aufrechtzuerhalten, verstärkt die Wirtschaftskammer Österreich ihre Bemühungen um neue Geschäftschancen in den chinesischen Provinzen. Die bis zu 100 Mio Einwohner zählenden Provinzen Chinas stellen für sich allein schon riesige und sehr aufnahmebereite Märkte dar.

Im Rahmen der österreichischen Exportoffensive wurden kürzlich Marketing-Kleinbüros in Chongqing (Provinz Sichuan) und Shenyang (Provinz Liaoning) eröffnet.

Jährlich werden mehrere Markterkundungsreisen und Wirtschaftsmissionen in verschiedene chinesische Regionen sowie Gruppenausstellungen bei Messen organisiert. Im laufenden Jahr (2. bis 6. November) findet noch eine Markterkundungsreise nach Shanghai und Nanjing (Provinz Jiangsu) statt, für die noch Anmeldungen möglich sind. Jiangsu zählt zu den dichtest besiedelten und wirtschaftlich stärksten Provinzen Chinas und gilt für Firmen speziell in den Bereichen Infrastruktur, Kraftwerksbau, Kunstdüngerproduktion, Elektronik und Petrochemie als interessant.

Für österreichische Firmen bieten sich in den Bereichen Holz- und Forstprodukte sowie Umwelttechnologien gute Chancen, weiß Schmidt. Der Waldbestand nimmt in China nur knapp fünf Prozent der Gesamtfläche ein. Der generell hohe Importbedarf an Schnittholz und Holzprodukten wurde durch die jüngste Flutkatastrophe noch akut verstärkt. Österreichs Holzlieferungen nach China sind im ersten Halbjahr von 18 auf 113 Mio S (das Siebenfache!) angestiegen.

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WKÖ, AW-Abteilung
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Dr. Karl Schmidt

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