FORMAT: Bankier Rieger hinterläßt Schaden von mehr als 700 Millionen Schilling

Der Flüchtige hat 320 Millionen aus der Rieger-Bank-Anleihe privat abgezweigt

Wien (OTS) - Der von Interpol weltweit gesuchte Bankier Wolfgang Rieger hat durch Malverstionen einen Schaden von mehr als 700 Millionen Schilling hinterlassen. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Außer dem bisher von der Rieger Bank angezeigten Diebstahl von 107 Millionen aus dem Tresor der Bank und Bilanzfälschungen im Ausmaß von 300 Millionen hat Rieger laut FORMAT weitere 320 Millionen Schilling veruntreut und höchstwahrscheinlich auf seine privaten Konten in der Schweiz verschoben. Das Geld stammt aus den Erlösen der im Frühjahr 1998 an Anleger und Banken verkauften 7,5prozentigen Rieger-Bank-Anleihe.

Laut FORMAT hat die Wiener Diskont Bank AG, vormals EffectInvest, allein 170 Millionen der Anleihe an ihre Kunden verkauft und weitere 85 Millionen in den Eigenbestand aufgenommen. Die übrigen 65 Millionen der Anleihe verkaufte die Kärntner RBB Bank über ihre Filiale Salzburg an private Anleger. FORMAT zitiert den Rieger-Bank-Interimsvorstand Christian Tomaschek mit den Worten: "Von dem Geld fehlt derzeit jede Spur. Alle Aufzeichnungen darüber sind verschwunden."

Der Skandal um die frisierten Bilanzen der Rieger Bank führte mittlerweile dazu, daß die mit der Buchprüfung der Bank betraute Wiener Kanzlei Schuster, Türke & Grotschar ihre Bestätigungsvermerke für die Bilanzen 1996 und 1997 widerrufen hat. Laut FORMAT sind den Wirtschaftsprüfern sowie Bankenaufsicht und Nationalbank bei der Prüfung der Rieger-Bilanzen offenbar grobe Fehler unterlaufen, weshalb Amtshaftungs- und Schadenersatzprozesse von Geschädigten drohen.

Ex-Rieger-Aufsichtsratschef Hannes Androsch weist zwar gegenüber FORMAT jede persönliche Verantwortung zurück, erhebt aber schwere Vorwürfe gegen die Bankenaufsicht des Finanzministeriums: "Der Aufsichtsrat hat immer im guten Glauben, daß die Bilanzen ordentlich geprüft waren, gehandelt. Das war ganz offensichtlich nicht der Fall."

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