FP-Stadler bringt Montag Klagen und Anzeigen gegen niederösterreichische Ex-Freiheitliche ein

"Habe Beweise, daß Bernhard Gratzer in beträchtlichem Ausmaß Parteispenden hinterzogen hat" - Klubobmann sieht Annäherung der SPÖ an die Freiheitlichen

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT kündigt FPÖ-Klubobmann Ewald Stadler an, er werde am Montag eine Reihe von Klagen gegen ehemalige niederösterreichische Parteifreunde einbringen. Betroffen sind der ehemalige niederösterreichische Landesparteiobmann Bernhard Gratzer und Ex-Finanzsprecher Hermann Mentil.

Stadler: "Wenn Mentil bis Wochenbeginn nicht nachweisen kann, daß die von ihm geleisteten Wechselunterschriften auch durch Parteibeschlüsse gedeckt sind, hat er eine Feststellungsklage am Hals. Da ich weiß, daß es diese Beschlüsse nie gegeben hat, ist das ausgemachte Sache." Für Bernhard Gratzer gelte dasselbe: "Der bekommt dazu noch eine Anzeige: Wir haben mittlerweile hieb- und stichfeste Beweise, daß Gratzer in beträchtlichem Ausmaß Parteispenden unterschlagen hat. Ich nenne nur einen einzigen Fall: 500.000 Schilling, von denen 300.000 verschwunden sind."

Bezüglich der Nationalratswahl 1999 stehen die Strategien der FPÖ laut Stadler bereit fest: "Jörg Haider bleibt Bundesparteiobmann, das heißt, er vertritt die Firma FPÖ nach außen." Wenn "morgen gewählt" werde, sei Jörg Haider auch auf Bundesebene "hundertprozentig Spitzenkandidat".

Zur dahinköchelnden Debatte um den Wahltermin erklärte Stadler, die FPÖ werde bei einem Neuwahlantrag jederzeit mitgehen. Außerdem sehe er eine Annäherung der SPÖ an die FPÖ: "Vor allem auf landespolitischer Ebene ist Tauwetter eingetreten: Der steirische SPÖ-Vorsitzende Peter Schachner-Blazizek kann mit FPÖ-Obmann Michael Schmidt sehr gut, in Salzburg sucht Landeshauptmann-Stellvertreter Gerhard Buchleitner die Annäherung. In Niederösterreich ist es ähnlich: Die SPÖ hat endlich erkannt, daß im Kielwasser von Erwin Pröll nichts zu gewinnen ist. Lediglich die ÖVP wähnt sich immer noch als zweitstärkste Kraft und glaubt, sich ihren Koalitionspartner aussuchen zu können. Das zeigt aber nur ihren pathologisch fehlenden politischen Realismus."

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