AK Tumpel: Endlich Wiener Auffangnetz zur Jugendausbildung

Wiener Projektgruppe beschließt 852 Plätze in Lehrlingsstiftungen und Berufslehrgängen

Wien (OTS) - Jetzt ist das Wiener Auffangnetz zur Ausbildung Jugendlicher aufgespannt: Ab Mitte November werden den Wiener Jugendlichen 852 zusätzliche Ausbildungsplätze in Lehrlingsstiftungen und Berufslehrgängen geboten, beschloß heute, Freitag, die zuständige Projektgruppe in Wien. Die Initiative für das Auffangnetz ging von AK und ÖGB aus. "Nach wie vor müssen vor allem die Unternehmer ausreichend Lehrstellen schaffen. Aber das Auffangnetz bietet Sicherheit für alle Wiener Jugendlichen, die
die Voraussetzungen zur Berufsausbildung mitbringen. Sie können
mit einem guten Ausbildungsplatz rechnen", erklärte AK Präsident Herbert Tumpel.****

Schon im Vorjahr hat die AK in Wien Lehrlingsstiftungen initiiert. Bevor aber in den Stiftungen insgesamt zusätzlich 700 vollwertige Ausbildungsplätze geschaffen werden konnten, waren lange, zum Teil schwierige Verhandlungen nötig. Allein der Wirtschaftsminister verhinderte ein halbes Jahr lang die Einrichtung von 250 Plätzen. Heuer wurde bereits im Frühjahr im Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung festgelegt: Wer keine Lehrstelle im Betrieb findet, soll ab Mitte November einen Platz in einer Lehrlingsstiftung oder in einem vorerst einjährigen Berufslehrgang bekommen können. Dafür wurden Wien aus dem Bundesbudget rund 200 Millionen Schilling für 852 zusätzliche Plätze zugeteilt. Ausständig war nur noch, daß eine Landesprojektgruppe aus Vertretern des Arbeitsmarktservice,
des ÖGB, der AK und der Wirtschaftskammer unter dem Vorsitz von Vizebürgermeisterin Laska endgültig grünes Licht gibt.

Jetzt kann die Ausbildung im Auffangnetz starten. AK Präsident Tumpel: "Die Berufslehrgänge und die Lehrlingsstiftungen bieten
den Wiener Jugendlichen die Chance auf gute Ausbildung." Schon in den Verhandlungen über den Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung konnten AK und ÖGB durchsetzen, daß nur qualifizierte und in der Berufsausbildung erfahrene Trägereinrichtungen Stiftungen und Berufslehrgänge organisieren werden, daß alle Jugendlichen ohne schikanöse Auswahlverfahren in diese Ausbildungsgänge vermittelt werden und daß die Berufslehrgänge voll auf eine Lehre angerechnet werden. Außerdem sind die Jugendlichen in den Lehrgängen Lehrlingen sozialrechtlich gleichgestellt und bekommen Ausbildungsbeihilfe.

Derzeit sind noch 1.100 Wiener Jugendliche auf Lehrstellensuche, sind nur rund 140 sofort besetzbare offene Lehrstellen vorgemerkt
- obwohl den Lehrbetrieben gravierende Erleichterungen bei der Berufsausbildung und Förderungen in Milliardenhöhe zugestanden wurden. Tumpel: "Mit dem Auffangnetz wird wesentlich zur
Entspannung des Lehrstellenmarkts beigetragen. Ich erwarte mir
aber nach wie vor, daß die Unternehmer noch zusätzlich Lehrstellen schaffen."

Auf Initiative der AK wurden zusätzlich zu den 852 Plätzen im Auffangnetz auch in den Schulen neue Ausbildungsplätze geschaffen. Mehrere 100 Wiener Jugendliche können den Hauptschulabschluß gebührenfrei an öffentlichen Schulen nachholen, um ihre Arbeitsmarktchancen zu verbessern. Eine faire zweite Chance
bekamen auch jene rund 1.000 Schüler, die letztes Schuljahr in der ersten Klasse einer berufsbildenden Schule zuviele "Fleck" hatten:
Im Unterschied zum Vorjahr dürfen sie die erste Klasse
wiederholen. Auch diese, von der AK massiv verlangte, Aufhebung
des sogenannten Repetierverbots hat zum Rückgang der Lehrstellennachfrage beigetragen.

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