AUVA-Generaldirektor Thiel erwidert Ärztekammer-Aussage "Aussagen polemisch und sachlich falsch"

Wien (OTS) - In einem Offenen Brief an den Referenten für Arbeitsmedizin in der Österreichischen Ärztekammer, Dr. Gert Wiegele, widerspricht AUVA- Generaldirektor Wilhelm Thiel Vorwürfen, die geplante arbeitsmedizinische Betreuung von Betrieben bis 50 Mitarbeiter würde zur "Farce" und stelle eine "Monopolisierung" dar. Thiel erinnert den Ärztekämmerer daran, daß es die AUVA war und ist, die eine optimale Ausbildung der Arbeitsmediziner - etwa mit einer Akademie in Klosterneuburg - gewährleiste und seit Jahren in Theorie und Praxis im arbeitsmedizinischen Bereich ihre Experten erfolgreich einsetzt. "Wenn Sie daher in Ihren Presseaussendungen von 'Staatsmedizin', Degradierung der Arbeitsmedizin 'zu einer zweitklassigen' und ähnliche Ausdrücke gebrauchen, ist dies polemisch und sachlich falsch. Die 300.000 jährlich in unseren Einrichtungen kurierten Unfallopfer haben jedenfalls ein anderes - durchwegs positives - Bild von den "Staatsmedizinern", erklärte der AUVA-Generaldirektor in seinem Offenen Brief an den Ärztekammer-Vertreter.

Der Offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Dr. Wiegele!

Mit Befremden haben wir Ihre - zuletzt gestern - getätigten Äußerungen zum Thema arbeitsmedizinische Betreuung von Kleinbetrieben zur Kenntnis genommen. Befremdung einmal, weil Sie schon in Ihrem ersten Statement vor einigen Tagen eine Wortwahl getroffen haben, die an die Rhetorik einer längst vergangenen Zeit erinnert. Gestatten Sie uns, zu Ihren "sachlichen" Befürchtungen Stellung zu nehmen. Wenn Sie sagen, daß durch die Novellierung des Arbeitnehmerschutzgesetzes "die arbeitsmedizinische Betreuung in Kleinbetrieben zu einer echten Farce zu werden und ins Niemandsland zu fallen" drohe, dann müssen wir Sie schon daran erinnern, daß es die Allgemeine Unfallversicherung war und ist, die eine optimale Ausbildung für Arbeitsmediziner in Klosterneuburg zur Verfügung stellt und seit Jahren in Theorie und Praxis im arbeitsmedizinischen Bereich ihre Experten einsetzt. Was die medizinische Leistung und Kompetenz betrifft, können wir Sie auch noch darauf hinweisen, daß wir in unseren sieben Unfallkrankenhäusern und vier Rehabilitationszentren jährlich 300.000 Patienten durch rund 3000 Ärzte und Pflegedienstmitarbeiter bestens und modernst betreuen. Wenn Sie daher in Ihren Presseaussendungen von "Staatsmedizin", Degradierung der Arbeitsmedizin "zu einer zweitklassigen" und ähnliche Ausdrücke gebrauchen, ist dies polemisch und sachlich falsch. Die 300.000 jährlich in unseren Einrichtungen kurierten Unfallopfer haben jedenfalls ein anderes - durchwegs positives -Bild von den "Staatsmedizinern". Zum Vorwurf der "Monopolisierung" dürfen wir Ihnen mitteilen, daß unserem Wissensstand nach auch die niedergelassenen Arbeitsmediziner die Betreuung nach Artikel VI ASchG durchführen werden können. Auch wenn wir verstehen, daß Lobbying zum Geschäft des Interessenvertreters gehört, wären wir als Angesprochene Ihnen, sehr geehrter Herr Dr. Wiegele, äußerst verbunden, wenn Sie in der Wahl Ihrer Mittel die Kriterien von Sachlichkeit und Fairneß miteinbezögen. Mit freundlichen Grüßen

Wilhelm Thiel Generaldirektor

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