Neue ÖBB-Preise mit 1.1.1999

ÖBB senken Tarife für Langstrecken-Pendler und Fernreisende

Wien (OTS) - Erstmals seit 1984 senken die ÖBB ihre Tarife: So zum Beispiel fahren Jahreskarten-Besitzer bei einer Entfernung von 105 Kilometern 1999 um 400 Schilling billiger als 1998. Die ÖBB wollen damit gerade bei den Langstrecken-Pendlern eine Erleichterung schaffen, da ihre finanziellen Belastungen aufgrund der großen Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort am höchsten sind. Diese Vergünstigungen kommen natürlich auch analog bei den Wochen- und Monatskarten zur Anwendung. Bei kürzeren Entfernungen wird es zu leichten Tarif-Anhebungen kommen: Im Durchschnitt führen die ÖBB bei den Wochen-, Monats- und Jahreskarten eine Anhebung von 1,76 Prozent durch. Bei Einzelkarten beträgt die Anhebung 1,62 Prozent, mit einer maximalen Erhöhung von 10 Schilling pro Fahrschein. "Damit liegt die durchschnittliche Preissteigerung bei den ÖBB-Tarifen nur knapp über der für 1998 zu erwartenden Inflationsrate von 1,2 Prozent und bleibt damit in vertretbarem Rahmen", erläutert ÖBB-Personenverkehrsvorstand Dr. Gerhard Stindl das Ausmaß der Erhöhung.****

Neue Verbund-Tarife noch offen

Die effektiven Auswirkungen der neuen ÖBB-Tarife auf die Nahverkehrs-Kunden sind jedoch - außer im Verkehrsverbund Ost-Region - noch nicht bekannt, da die Entscheidungen in den 12 österreichischen Verbünden noch nicht getroffen wurden. Im Verkehrsverbund Ost-Region wird es durch die stärkere Anhebung der Preise bei den Wiener Linien zu stärkeren Tariferhöhungen kommen. Die Monatskarte in der ÖBB-Zone 111 (nur ÖBB-Schiene in der Kernzone 100) wird zwar auch teurer, liegt aber mit 400 Schilling immer noch 160 Schilling unter dem Gesamt-Preis der Kernzone 100. Da jedoch die Nachfrage für die Zone 111 nicht sehr hoch ist, wird eine mittelfristige Angleichung an die Kernzone 100 angestrebt.

Fernreisetarife 1999 billiger als 1998

Insbesonders für Fernreisende wirken sich die neuen Tarife erfreulich aus: Kunden, die über 200 Kilometer reisen, fahren 1999 teilweise um über 3 Prozent billiger als im heurigen Jahr.

Der Vergleich macht sicher: ÖBB-Tarife günstig

Auch nach dem 1.1.1999 liegen die Pendler-Tarife der ÖBB noch etwa 40 bzw. 55 Prozent unter den Vergleichs-Tarifen in Deutschland und der Schweiz. Von einem Vergleich Auto - Bahn gar nicht nur reden: Für eine Fahrt von Wien nach Amstetten kostet die Autofahrt für die 126 Kilometer bei Vollkosten-Rechnung 612,50 Schilling. Die Bahnfahrt auf der Basis einer Einzelfahrt hingegen nur 210 Schilling, auf Basis der Jahreskarte überhaupt nur mehr rund 25 Schilling.

ÖBB durchforsten ihr Angebot

Dem ÖBB-Kunden bieten sich abseits der Vollpreis-Karte viele Möglichkeiten der Preisermäßigung. Sich in der Vielzahl von Angeboten zurecht zu finden, ist für den Kunden nicht immer einfach. Das soll nun besser werden:

Neue Bahnkonto-Karten und Umsteigervorteile für Kilometer-Bank-Besitzer

Im Sinne der Tarifvereinfachung werden ab nächstem Jahr einige Produkte nicht mehr angeboten. Bundes-Netzkarte und Österreich-Puzzle sowie City-Star Austria werden aufgrund zu geringer Nachfrage nicht mehr offeriert. Den Kunden wird dafür eine Bahnkonto-Karte nicht nur mit 100.000 Kilometern, sondern nun auch mit 25.000 bzw. 50.000 Kilometern zum Preis von 29.000 bzw. 57.000 Schilling angeboten. Auch die Kilometer-Bank und die Grüne Bank werden ab voraussichtlich April 1999 nicht mehr im Sortiment vertreten sein. Den Kilometer-Bank Kunden wird durch eine Sonderaktion der vergünstigte Umstieg auf eine Vorteilscard schmackhaft gemacht werden. Noch offene Kilometer-Bank-Kilometer können noch bis 30. September 1999 verbraucht werden. Restbeträge werden von den ÖBB natürlich vergütet.

Vorteilscard - Die ÖBB-Ermäßigungskarte

Zugleich soll die erfolgreiche ÖBB-Vorteilscard auf weitere Kundenschichten ausgedehnt werden: Neben den traditionellen Vorteilscard-Fahrern und der Vorteilscard Familie soll es ab nächstem Jahr anstatt der bestehenden Ermäßigungs-Ausweise für Senioren, Hochschüler/Schüler/Lehrlinge und Behinderte eine Vorteilscard Senior, eine Vorteilscard für Hochschüler/Schüler/Lehrlinge und eine Vorteilscard für Behinderte geben.

Umstellung bringt große Vorteile

Mit dieser Umstellung sind diverse Vorteile verbunden. Abgesehen vom einheitlichen Design in Form einer Plastik-Karte mit Scheckkarten-Format stellt vor allem das Fließdatum eine wesentliche Verbesserung dar. Das heißt, es gibt kein festgesetztes "Ablaufdatum" mehr, sondern eine Gültigkeitsdauer von einem Jahr ab Kaufdatum. Darüber hinaus kommen diese neuen Besitzer einer Vorteilscard nun auch in den Genuß der besonderen Vorteilscard-Konditionen: Neben dem Bahnfahren zum halben Preis reisen auch das Gepäck und das Fahrrad um 50 Prozent vergünstigt. Auf Schlafwagenkarten erhalten die Vorteilscard-Kunden eine Ermäßigung bis zu 20 Prozent, um nur einige Vorteile zu nennen. Die Verlängerung der Vorteilscard ist einfach mit der Einzahlung des zugesandten Zahlscheines, der auch einen Preisvorteil inkludiert, erledigt. Damit entfällt auch die neuerliche Vorlage eines Fotos. Ab nächstem Jahr ist auch die Ausstellung einer Ersatzkarte bei Verlust der Vorteilscard möglich. Bei der Vorteilscard Familie wird nun je eine Karte für Vater und Mutter ausgestellt, sodaß beide Elternteile unabhängig von einander mit den Kindern günstig mit der Bahn reisen können.

Zusatzangebot: Erweitertes Versicherungspaket

Das Angebot der Vorteilscard wird mit einem optionalen Versicherungspaket erweitert. Dies beinhaltet u.a. auch den Ersatz der Übernachtungskosten, wenn eine Weiterfahrt zum Zielort aufgrund einer Zugsverspätung nicht mehr möglich ist.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Angelika E. Reschenauer ÖBB-Personenverkehr
Tel. 01 5800 32009 Fax 01 5800 25140

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