Umweltdreck läßt Urwaldbäume schneller wachsen

Wien (OTS) - Luftverschmutzung und Treibhausgase bekommen den Bäumen im südamerikanischen Regenwald offenbar nicht schlecht. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung britischer Wissenschafter der Universitäten von Leeds und Edinburgh, die das Fachmagazin "Science" in seiner jüngsten Ausgabe veröffentlicht.

Nach der Untersuchung des Wachstumsverhaltens von etwa 100.000 Bäumen kamen die Wissenschafter zu dem Schluß, daß die Bäume riesige Mengen an Treibhausgasen absorbieren und dadurch schneller und höher wachsen. Die Forscher machen dafür vor allem die zunehmende Menge Kohlendioxid verantwortlich. Nach den Berechnungen der Experten absorbieren die Regenwälder am Amazonas 500 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Während der vergangenen 30 Jahre hätten die Bäume der Tropenwälder je halben Hektar 17 Tonnen Biomasse produziert.

Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe und durch Waldbrände sei doppelt so viel Kohlendioxid in der Luft gelöst wie im Normalfall, betonte Yadvinder Malhi von der Universität Edinburgh. Pflanzen bräuchten Kohlendioxid zum Wachsen, bei einem Überangebot des Gases wüchsen sie möglicherweise schneller, "so, als ob man die Pflanzen düngt".

Die Wissenschafter werten ihre Ergebnisse als "gute Nachricht für die Umwelt", sehen aber gleichzeitig keinen Grund zur Entwarnung. "Nur unberührter Regenwald absorbiert zusätzliche Mengen an Kohlendioxid", so US-Forscher William Laurance. Durch Abholzen und Verbrennen von Wäldern entstünde noch mehr Kohlendioxid. Dadurch werde der Nutzeffekt wieder zunichte gemacht. Nach wie vor werde der Regenwald jedes Jahr auf riesigen Flächen zerstört.

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