Gewerbeverein: Arbeitsmediziner bei Arbeitsmedizin ahnungslos!

Wien (OTS) - Der Chef der Arbeitsmediziner der Ärztekammer zeigt mit seiner Forderung nach mehr Arbeitsmedizin im KMU ein beträchtliches Maß an betrieblicher Unkenntnis: Das ist für einen Arbeitsmediziner nicht nur peinlich, sondern kann im Ernstfall fatal sein:

+ Herr Dr. Wiegele meint, daß die arbeitsmedizinische Betreuung in Betrieben nach dem neuen ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) eine Sparvariante sei. Dieses Argument von einem Mediziner vorgebracht, ist vordergründig motiviert, wenngleich hohes Berufsethos dem Herrn Doktor zu unterstellen es gebietet.

+ Wer schon einmal in die - zumeist unvermeidliche - Hektik eines KMU involviert war, der weiß, daß ein Arzt hier nichts Entspannendes beitragen kann, sondern als Störfaktor auftritt. Der Arbeitsmediziner war im KMU bisher nicht erforderlich und er wird es auch weiterhin nicht sein. Genauso, wie es der Regierung genügt, daß der Arbeitsmediziner im öffentlich-rechtlichen Bereich allenfalls auf freiwilliger Basis ordiniert und dabei niemandem fehlt. In einem sehr großen Bundesministerium ist diese Position sogar seit langer Zeit vakant und trotzdem haben Beamte fast eine so sagenhaft hohe Lebenserwartung wie Dirigenten.

+ Arbeitsmediziner, die zusätzlich zu den darüberhinausgehenden administrativen überzogenen Forderungen des ASchG noch dem Unternehmer und seinen Mitarbeitern im mittelständischen Betrieb Zeit stehlen, sind unerwünscht.

+ Arbeitsunfälle haben sich in Österreich von 1989 bis 1997 um mehr als ein Viertel verringert, die tödlichen sogar um 28 Prozent. Jedes Opfer dabei ist zuviel. Daß es zu dieser positiven und beachtlichen Reduktion kam, ist in einem Land, in dem bisher weit mehr als neunzig Prozent der Arbeitnehmer ohne Arbeitsmediziner auskamen, dem Umstand von noch stärkerem Engagement der Unternehmer im Bereich "Aktiver Sicherheitsschutz" zuzuschreiben.

+ Unternehmen sind kein Reservoir zur Linderung der Mediziner-schwemme, zusätzliche Arbeitsmediziner sind lediglich ein unnötiger Kosten- und Zeitfaktor.

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