Wissenschaftliche Studien: "Agrarreform bringt höhere Einkommen"

Brüssel (OTS) - EU-Kommissar Franz Fischler präsentierte heute die Ergebnisse zweier unabhängiger Studien über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Agrarteils der Agenda 2000. "Die Analysen ergeben, daß die Reform der Agrarpolitik nicht nur für die bäuerlichen Einkommen, sondern auch für die EU-Gesamtwirtschaft positive Konsequenzen haben wird.", so der Kommissar. Die Ergebnisse finden sich in zwei Studien, die von der Universität Bonn und Eurostat sowie dem Centre for World Studies der Universität Amsterdam unter Anwendung verschiedener Simulationsmodelle durchgeführt wurden. Trotz der unterschiedlichen Methoden kamen die Studien zu ähnlichen Resultaten. Laut den Studien wird je nach Studie und Entwicklung der Marktpreise im Vergleich zu den relativ hohen Einkommen von 1992-1996 ein Ansteigen des landwirtschaftlichen Einkommens pro Arbeitseinheit um 22% - 34% erwartet. Die Universität Bonn und die Universität Amsterdam haben keine statischen, sondern dynamische ökonometrische Modelle angewandt, die auch Interdependenzen zwischen den einzelnen Agrarsektoren, Kosteneinsparungen oder die Fortsetzung des historischen Trends zum Rückgang der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft berücksichtigen. Fischler wies in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die in einem theoretischen Status quo Szenario ausgewiesenen höheren Einkommen für die Bauern eine reine Fiktion seien: "Eine Weiterführung der bisherigen Agrarpolitik ist überhaupt keine Option, weil das - wie vorliegende Prognosen beweisen -desaströse Konsequenzen, insbesondere enorme Überschüsse und riesige Kosten für deren Beseitigung, hätte." Fischler betonte, dab die geplanten Senkungen der Garantiepreise auch den Endverbraucher entlasten würden. Die Studien sprechen von Einsparungen für die Konsumenten von 1,9% der Gesamtausgaben der Haushalte für Lebensmittel sowie vom Sinken des Verbraucherpreisindexes um bis zu 0,45%. "Man tut insgesamt gut daran, die Kosten der Reform nicht nur in einem budgettechnischen, sondern einem volkswirtschaftlichen Zusammenhang zu sehen. Allein der Vergleich zwischen 3,4 bis 4,2 Mrd. Euro "Mehrkosten" und den Einsparungen für die Verbraucher von 10 bis 17 Mrd. Euro spricht glaube ich eine deutliche Sprache.", meinte Fischler. Für die Gesamtwirtschaft wird eine Zunahme des realen privaten Konsums um bis zu 0,6%, ein erhöhtes langfristiges Wachstum des BIP um 0,21% - 0,4% und schließlich eine Steigerung der Beschäftigungsrate um 0,2% - 0,4% erwartet. "Das sind die ersten unabhängigen, und umfassend wissenschaftlich fundierten Studien zu den Auswirkungen der Agenda 2000", so der Kommissar weiter. "Sie belegen, daß der agrarische Weltuntergang nicht stattfindet." Fischler stellte abschliebend fest, daß es keine Alternative zu den Vorschlägen der Kommission gebe. Es sei nun an den Landwirtschaftsministern, ernsthaft in Richtung eines baldigen Abschlusses zu verhandeln.

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