Lehrlingsausbildung als Hauptquelle für Unternehmensgründer

Neuste Studie beweist: die Gründungen in Österreich nehmen zu WKÖ-Teufelsbauer: "Unternehmer-Risiko dennoch relativ hoch"

Wien (PWK) - Die neueste Studie über das österreichische Gründungsgeschehen, die heute, Donnerstag, im Wirtschaftsministerium vorgestellt wurde, dokumentiert einen steten Anstieg der Unternehmensgründungen. "Wurden im Jahr 1990 12.500 Gründungen festgestellt, lag die Gründungszahl im Bereich der Wirtschaftskammer 1997 bei 19.296", gab die Studienautorin, Herta Wanzenböck, bekannt. Als wesentliche Quelle für Gründungen zeigt sich vor allem die Lehrlingsausbildung. "34 Prozent der Unternehmensgründer haben einen Lehrabschluß, 14 Prozent eine Meisterprüfung als höchste Ausbildung. Beinahe die Hälfte aller Gründer in Österreich kommen also aus diesem Ausbildungssystem", erklärte Werner Teufelsbauer, Leiter der Abteilung für Wirtschaftspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich. ****

Dafür, daß die Österreicher sehr gut ausgebildet in die Selbständigkeit gehen, spricht auch die bemerkenswert hohe Überlebensquote der Unternehmen, welche die Studie mit über 90 Prozent angibt, bemerkte Teufelsbauer.

Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner freute sich über das durchwegs positive Ergebnis der Studie, verwies auf die hohe Bedeutung der Lehrlinge und faßte zusammen: "Unseriöse Schätzungen von verschiedenen Seiten haben endlich ein Ende gefunden. Die Gründerwelle läuft, braucht aber klarerweise weiterhin Unterstützung von uns allen". Für 1998 wird im Vergleich zum Vorjahr eine weitere Zunahme an Unternehmensgründungen erwartet, Wanzenböck rechnet 1998 insgesamt mit 20.400 Gründungen.

Klar zeigt die Untersuchung auf, daß sich die größten Probleme bei Gründungen im Umgang mit Behörden und bei der Einhaltung von Gesetzesauflagen ergeben. Teufelsbauer: "Bedenklich stimmt vor allem der Hinweis, daß Behördenprobleme in erster Linie durch einzelne Beamte bedingt seien, die es zu "umgehen" gelte." Gefordert sei daher von der Politik Dienstleistungsdenken und Regelungsvereinfachung bei Behörden weiter zu verstärken. Auch Farnleitner erwähnte in diesem Zusammenhang, daß das "One-stop-shop"-Prinzip bei der Unternehmensgründung unbedingt weiter ausgebaut werden müsse.

Nicht dominant sind für Österreichs Unternehmensgründer hingegen Finanzierungsprobleme, so die Studie. "Es zeigt sich, daß viele Gründer mit sehr wenig Startkapital auskommen", so Teufelsbauer, wies aber gleichzeitig darauf hin, daß "echte Finanzierungsprobleme sich allerdings erst in der Expansionsphase ergeben dürften, was in der Studie allerdings nicht abgedeckt wird". Interessant wäre vor allem, ob die Probleme in einem Kapitalmangel schlechthin oder in unterschiedlichen Vorstellungen über die Konditionen bei der Kapitalaufbringung liegen, regte Teufelsbauer weiterführende Untersuchungen in dieser Richtung an. "Jedenfalls wage ich zu behaupten, daß die Österreicher nicht weniger risikofreudig sind als andere, sondern daß ihr Risiko schlichtwegs höher ist als beispielsweise in den Vereinigten Staaten". Darüber gilt es weiterhin über Lösungen nachzudenken.

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Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Wirtschaftspolitik
Tel. 50105 DW 4499Prof. Dr. Werner Teufelsbauer

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