Gehrer präsentierte Programm der Konferenz der EU-Bildungsminister am 23./24.10.1998 in Baden

Motto der Veranstaltung "Bildung ist mehr"

Wien (OTS) Bundesministerin Elisabeth Gehrer präsentierte
heute, Donnerstag, das inhaltliche Programm der Konferenz der EU-Bildungsminister, die nächste Woche am Freitag, dem 23. und Samstag, dem 24. Oktober in Baden bei Wien stattfindet. Motto der Ministerkonferenz ist "Bildung ist mehr". Die Arbeitssitzung wird durch das Referat "Bildung – Ein Haus auf festem Grund" von Kardinal Dr. Franz König eröffnet. Anschließend findet die Beratung der Bildungsminister statt. Beraten werden auch Thesenpapiere von Univ.Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann, Univ.Prof. Dr. Paul M. Zulehner, Univ.Prof. Dr. Karl Heinz Gruber, Dr.
Gerhard Riemer und Univ.Prof. Dr. Peter Heintel. Sie wurden den europäischen Bildungsministern zur Vorbereitung auf die Sitzung übermittelt.

Im Zentrum der Konferenz steht die Aufgabe,
Zukunftsperspektiven für die Entwicklung der Bildungslandschaften in den Mitgliedstaaten herauszuarbeiten. Für eine gute Zukunft Europas, für ein Europa mit modernen Arbeitsbedingungen und neuen Arbeitsmöglichkeiten, für ein wirtschaftlich starkes und wettbewerbsfähiges Europa braucht es die besten Bildungssysteme. Aufgrund der technologisch-wirtschaftlichen Entwicklungen und der gesellschaftlichen Veränderungen müssen sich die Bildungssysteme rascher als bisher den Herausforderungen anpassen und
vorausschauend die Weichen stellen.

Die zentrale Frage ist daher, was Bildung in Zukunft leisten
muss und welchen Stellenwert sie in der Gesellschaft hat. Folgende Fragen werden daher beraten:
* Welche Schwerpunkte sollen in den Lehrplänen der heutigen Informationsgesellschaft enthalten sein, um die Vermittlung von notwendigem Fachwissen und Schlüsselqualifikationen ebenso wie die Entwicklung der Persönlichkeit der Jugendlichen ausreichend zu berücksichtigen?
* Wie gelingt es der Schule, Wertorientierungen zu vermitteln? Wie kann die Innovation im Einsatz der neuen Technologien an der
Schule gefördert werden? Wie kann die Kreativität der Jugendlichen gefördert werden?
* Wie stark soll die Fremdsprachenausbildung im Rahmen der erstärkten Internationalisierung ausgebaut werden?
* Wie können neue Wege und Formen des Lernens verstärkt in den schulischen Bildungsprozess integriert werden?
* Wie soll vor dem Hintergrund der genannten Themen in Zukunft die Aus- und Fortbildung der Lehrer aussehen?

Als Ergebnis der Beratungen sollen "best practice"-Beispiele
für Europa festgehalten werden.

PREISVERLEIHUNG FÜR SCHULWETTBEWERB "ERINNERN UND GESTALTEN"

Ebenfalls am Freitag findet die Preisverleihung für den österreichischen Schulwettbewerb "Erinnern und Gestalten" mit Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer, den Landeshauptmann für Niederösterreich, Dr. Erwin Pröll, und zirka 400 Schülern aus ganz Europa im Stadttheater Baden statt.
DIE NEUE GENERATION DER EU-BILDUNGS- UND BERUFSBILDUNGSPROGRAMME SOKRATES II und LEONARDO DA VINCI II

Der zweite Tag der Konferenz der EU-Bildungsminister ist den Verhandlungen über die neue Generation der Bildungs- und Berufsbildungsprogramme gewidmet. Ziel des österreichischen Vorsitzes ist es, für SOKRATES II und LEONARDO DA VINCI II das Zustandekommen einer politischen Einigung beim Ministerrat am
4. Dezember 1998 zu erreichen.

In Bildungsausschuss und im LEONARDO Ad-hoc-Ausschuss wurden
die inhaltlichen Details der neuen Programme verhandelt. Für beide Programme liegen Kompromisstexte der Präsidentschaft vor, die auch auf breiter Basis von den Mitgliedstaaten unterstützt werden.

Diese inhaltlichen Festlegungen für die Zukunft der Programme werden während der Ministerkonferenz präsentiert. In beiden Programmen gibt es eine Einigung über die politischen
Zielsetzungen der Programme und über die Struktur der Maßnahmen.

Ziel von SOKRATES II ist der Ausbau der europäischen Dimension der Allgemeinbildung bei Schulen und Universitäten, die Förderung der Zusammenarbeit in diesen Bereichen, der Abbau der Hindernisse, die dieser Zusammenarbeit entgegenstehen und die Förderung von Innovationen insbesondere durch neue Technologien.

Zielsetzungen von LEONARDO DA VINCI II sind die Verbesserung
der Fertigkeiten und Kompetenzen in der beruflichen
Erstausbildung, die Verbesserung der Qualität und des Zugangs zur Weiterbildung, die Förderung des Beitrags, den Berufsbildung zum Innovationsprozess leistet, und die Kooperation von Ausbildungseinrichtungen mit Unternehmen.

Im Rahmen der Konferenz der EU-Bildungsminister wird weiters
eine erste Aussprache über die Budgets der Programme stattfinden. BILDUNGSKOOPERATIONEN MIT OSTEUROPA – TEMPUS III

Das TEMPUS III-Programm im Hochschulbereich fördert in besonderem Maße die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten
der EU mit den nichtassoziierten Staaten Mittel- und Osteuropas (Albanien, Bosnien und Mazedonien) und den TACIS-Staaten (die Nachfolgestaaten der Sowjetunion und die Mongolei).

Die EU-Minister werden über den Stand der Verhandlungen informiert. Die Möglichkeit, am 4. Dezember 1998 einen Beschluss über TEMPUS III zu fassen, hängt vom Zeitplan der Stellungnahme des Europäischen Parlaments ab.
BERICHTE

Die Konferenzvorsitzende, Unterrichtsministerin Elisabeth
Gehrer, berichtet über den Vorschlag der Präsidentschaft zu den Beschäftigungspolitischen Leitlinien 1999. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der bisherigen Expertentagungen der
österreichischen Präsidentschaft vorgestellt.

Der italienische Bildungsminister Luigi Berlinguer wird den Kollegen die Sorbonne-Erklärung über "Die Harmonisierung der Architektur der europäischen Hochschulbildung" vorstellen. (Schluss)

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Unterrichtsministerium,

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