Heute schon Schwein gehabt? 16. Oktober 1998, Welternährungstag: bewußte Ernährung mit Produkten aus artgerechter Tierhaltung ist die Devise für den modernen, selbstbewußten Lebensstil

Wien (OTS) - Die aktuellen Werbespots suggerieren Qualität beim Schweinefleisch. Die Realität im österreichischen Schweinestall schaut anders aus. Über 95% der österreichischen Schweine leben in Intensivtierhaltungsbetrieben. Der prophylaktische Einsatz von Antibiotika in Futtermitteln zur Leistungssteigerung in der Tiermast wird von Seiten der Bundesregierung unterstützt. Das Tierhilfswerk Austria empfiehlt daher den Konsumenten nur biologische, streng kontrollierte und gekennzeichnete tierische Produkte.

Renate Mayer, Referat Landwirtschaft: "Die Probleme der österreichischen Bauern sind hausgemacht! Seit Jahren werden die Landwirte auf Rationalisierung und Intensivierung getrimmt. "Der Preisverfall agrarischer Produkte verläuft kontinuierlich mit dem Verlust der Qualität."

Während in Schweden der prophylaktische Einsatz von Antibiotika bereits seit 1986 verboten ist, haben die zwei Regierungsparteien ÖVP und SPÖ einem Antrag der Oppositionsparteien vom 7. Juli 1998 für das Verbot des prophylaktischen Einsatzes von Futtermitteln in der Tiermast kategorisch abgelehnt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt seit Jahren vor den Gefahren für den Menschen. Die verstärkte Resistenz gegen bestimmte Krankheitserreger macht insbesondere auch den Humanmedizinern immer mehr Kummer.

Renate Mayer: "Der Einsatz von prophylaktischen Antibiotika bedeutet Ertragssteigerung auf Kosten der Gesundheit von Mensch und Tier und fördert tierquälerische Haltungssyteme nicht nur im Schweineintensivstall, sondern auch die Batterie für Legehühner."

Leider gibt es in Österreich noch viel zu wenig Freilandschweinebetriebe. Die Initiativen einiger Bio-Produzenten werden von der Regierung zu wenig bis gar nicht gefördert, obwohl es genügend Nachfrage gäbe. Auch der höhere Preis für Qualitätsprodukte ist für den tierschutzbewußten Konsumenten kein Hindernis mehr.

Forderungen des Tierhilfwerkes Austria:

+ Verpflichtende Kennzeichnung tierischer Produkte nach der Haltungsform
+ Initiativen für biologische, tierfreundliche Betriebe
+ Verbot von Antibiotika als Prophylaxe in der Tiermast

Renate Mayer: "Lebensqualität beginnt mit der richtigen Ernährung ohne Ausbeutung der Tiere".

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D.I. Renate Mayer,
Tel.: 02243-22 964 14 oder 0664-1843005

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