Hintner: Raumordnungsnovelle kommt Interessen des Wiener Umlandes entgegen

Der "Verhüttelung" des Wienerwaldes wird ein Riegel vorgeschoben

Niederösterreich, 15.10.1998 (NÖI) "Die kürzlich von Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka vorgestellten Eckpunkte der Novelle zum Raumordnungsgesetz entsprechen voll den Erwartungen des südlichen Wiener Umlandes", erklärte LAbg. Hans Stefan Hintner.****

So werden künftig Fachmärkte mit Einkaufszentren gleichgestellt. Durch die Einführung einer eigenen Widmung – "Fachmarktzentrum" – muß nun eine Raumverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Die Bezeichnung "Fachmarktzentrum" (FMZ)
kommt dann zur Anwendung, wenn die Bruttogeschoßfläche (=Verkaufs-und Lagerfläche) mindestens 1000 Quadratmeter beträgt.

Mit der Verhinderung vorgetäuschter Landwirtschaften erwartet sich Hintner eine geeignete Maßnahme, um der "Verhüttelung" des Wienerwaldes einen Riegel vorzuschieben. Bislang konnte von einem Landwirt auf Grünland ein Bauwerk für Land- und Forstwirtschaft (z.B. Stall und Wohngebäude) errichtet werden. In der Praxis wurde diese Möglicheit zur Umgehung anderer Widmungen wiederholt mißbraucht. "Es wurden im Wienerwald Gründe gekauft, Tiere gehalten und oft durch private Gutachten die Absicht eine Landwirtschaft betreiben zu wollen, 'nachgewiesen'. Sobald das Anwesen als Landwirtschaft ausgewiesen war, wurde von so manchen
ein feudales Wohnhaus gebaut und die Tiere verkauft. Plötzlich war man stolzer Eigenheimbesitzer, mitten im Grünland", erklärte Hintner.

"Durch die Raumordnungsnovelle haben die Gemeinden nun die Möglichkeit, die Widmung im Grünland zu untergliedern. Der neue Begriff heißt 'Grünland–Hofstelle'. Dadurch kann die Gemeinde festlegen, wo Wohngebäude in einer Landwirtschaft errichtet werden können", betonte Hintner.
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