Elfriede Jelinek: Scharfe Attacke gegen Walser

Wien (OTS) - Die österreichische Autorin Elfriede Jelinek, die am Freitag den hochrenommierten Büchner-Preis entgegennimmt, wendet sich in einem Interview für die morgen erscheinende Ausgabe des Wochenmagazins News scharf gegen ihren Kollegen Martin Walser.

Die Autorin protestiert einerseits gegen die Vergabe des Friedenspreises des deutschen Buchhandels an Walser, andererseits gegen dessen umstrittene Dankesrede über die "Instrumentalisierung des Holocaust".

Elfriede Jelinek in News: "Die Rede war empörend. Da stimmt einer das Lied des Unpolitischen an und spricht von 'Instrumentalisierung des Holocaust'. Mit anderen Worten: Leute, die sich engagieren, werden heruntergemacht - so wie ja auch ich es immer wieder erlebt habe -, und das Unpolitische wird gelobt. Da krieg' ich schon einen Haß. Überhaupt frage ich mich, wie Herr Walser zum Friedenspreis kommt. Den bekommen sonst Autoren, die in Diktaturen ihr Leben für die Demokratie eingesetzt haben. Ich wüßte gern, was Herr Walser eingesetzt und was er in seinem Leben riskiert hat."

Jelinek bestätigt eine Anfrage des neuen Burgtheaterdirektors Bachler für ein Stück im Jahr 2000, bleibt aber dabei: "Meine Uraufführungen sind Peymann und dem Berliner Ensemble vorbehalten."

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