Aufgrund des sonnigen Wetters:

Es war ein "Ozonsommer"

St.Pölten (NLK) - Deutlich mehr auffällige Ozonereignisse als in den Jahren davor wurden aufgrund des schönen Wetters im heurigen Sommer registriert. Während in den Jahren 1996 und 1997 an keiner der 29 Ozonmeßstellen des NÖ Luftgüteüberwachungsnetzes Überschreitungen des Grenzwertes der Vorwarnstufe (0,200 mg Ozon/Kubikmeter) festzustellen waren, wurde dieser Wert in diesem Sommer gleich an zehn Meßstellen überschritten. Die Meßstellen im Weinviertel zeigten an insgesamt zwei Tagen Grenzwertüberschreitungen, in Klosterneuburg wurden solche sogar an drei Tagen beobachtet. Zeitlicher Schwerpunkt dieser Ozonepisoden waren der 22./23. Juli und der 11./12. August. Während dieser Zeiträume wurde auch die Vorwarnstufe im gesamten Ozonüberwachungsgebiet 1, das aus den Bundesländern Wien und Niederösterreich sowie den nördlichen und mittleren Teilen des Burgenlandes besteht, ausgerufen. Schwerpunkt der Belastung waren allerdings die Bundeshauptstadt und das angrenzende Umland sowie weite Teile des Weinviertels und des Tullner Beckens.

Der heurige Sommer hatte somit die intensivsten Ozonereignisse seit dem sehr heißen und trockenen Jahr 1994. Dies ist auch an den Überschreitungshäufigkeiten der Informationsstufe gemäß EU, die bei einem Ozonwert von 0,180 mg/Kubikmeter in Kraft tritt, abzulesen. So wurden in diesem Jahr an 20 Stationen und an bis zu acht Tagen Überschreitungen dieses Wertes festgestellt, im Vorjahr geschah dies lediglich an sieben Meßstellen und an maximal drei Tagen.

Die Ozonereignisse in diesem Sommer haben gezeigt, daß nach wie vor genug sogenannte Vorläufersubstanzen zur übermäßigen Ozonbildung vorhanden sind. Diese Vorläufersubstanzen, es sind dies in erster Linie die Stickstoffoxide und Kohlenwasserstoffe, werden bei sommerlichen Schönwetterperioden mit viel Sonneneinstrahlung und geringer Windgeschwindigkeit zu Ozon umgewandelt. Das prachtvolle Sommerwetter der zweiten Julihälfte und des August dieses Jahres lieferten deshalb optimale Bedingungen für die Entwicklung auffälliger Ozonereignisse. Diese wurden im Vorjahr durch die häufigen und heftigen Regenfälle weitgehendst zurückgedrängt.

Die gesetzlich vorgegebene Ozonüberwachungsperiode ist zwar vorbei, die Ozonüberwachung im Rahmen des NÖ Luftgütemeßnetzes wird jedoch im Interesse der niederösterreichischen Bevölkerung auch im Winterhalbjahr aufrecht erhalten. Nach wie vor können die aktuellen Meßergebnisse unter der Telefonnummer 02742/1580 abgefragt werden. Der Schwerpunkt der Luftgüteüberwachung wandert jedoch jahreszeitlich bedingt in Richtung Schwefeldioxid und Stickstoffoxide. Sollten wider Erwarten auch bei diesen Schadstoffen Überschreitungen der Smoggrenzwerte auftreten, sind die Mitarbeiter des Meßnetzes gerüstet.

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