WWF Umfrage zum Tiroler Lech: 77 Prozent für den Wildflußnationalpark

Innsbruck (OTS) - Weit mehr als zwei Drittel der Tiroler sprechen sich für den geplanten Wildflußnationalpark Tiroler Lech aus. Das ergibt eine vom WWF beauftragte Meinungsumfrage des österreichischen Gallup-Instituts, die heute von Univ. Prof. Dr. Fritz Karmasin präsentiert wurde. "Das Ergebnis ist sensationell und ein eindeutiger Auftrag an die Tiroler Landesregierung”, so Karmasin: "Nur ganz wenige Projekte stoßen auf so große Zustimmung”. Der WWF fordert nun ein endgültiges Aus für die Streimbachkraftwerke und die zügige Verwirklichung des Nationalparks.

Keine andere intakte Flußlandschaft ist so bekannt wie das Lechtal. 85,5% aller Tiroler kennen und schätzen es wegen seiner Unberührtheit, Artenreichtums und der wunderschönen Landschaft. 77% sind für einen Nationalpark, nur 7% dagegen. Im Gegensatz dazu sprachen sich nur 24% für die Streimbach-kraftwerke aus und führten dabei den Energiebedarf und Wasserkraft als erneuerbare Energie ins Treffen - mittlerweile überholte Argumte: Nur wenige Tage nach dem Zeitpunkt der Umfrage kündigte Wirtschaftslandesrat Ferdinand Eberle an, die Streimbachkraftwerke wegen Unwirtschaftlichkeit "auf Eis” legen zu wollen.

Der WWF appelliert jetzt an die Landesregierung, den Kraftwerken gleich eine endgültige Absage zu erteilen und negative Bescheide zu erlassen: jetzt sei offensichtlich, daß es das für die Bewilligungen nötige öffentliche Interesse an den Kraftwerken einfach nicht gibt. Die Projekte nur auf Eis zu legen, würde die Regionalentwicklung auf weitere Jahre hinaus behindern. DI Andreas Baumüller, Leiter der WWF-Landesorganisation Tirol: "Der Nationalpark ist nicht nur der beste Schutz für das Lechtal, sondern wird auch starke volkswirtschaftliche Impulse setzen. Für den Lech ist es vielleicht egal, ob die Entscheidung heute oder erst in Jahren fällt, für die Lechtaler nicht”. Und Meinungsforscher Karmasin ergänzt: "Noch dazu kann mit der Verwirklichung des Nationalparks politisch nur gepunktet werden”.

Kein gutes Zeugnis für Naturschutzpolitik

Mit der Tiroler Natur- und Umweltschutzpolitik ist nur ein Drittel zufrieden, knapp zwei Drittel üben deutliche Kritik: wirtschaftliche Interessen werden als zu übermächtig empfunden, die verantwortlichen Politiker als zu sehr auf Kompromiß bedacht und als schwache Verhandler gesehen.

In Punkto Engagement für die Natur liegen die Grünen und der WWF deutlich vor Naturschutz-landesrat Fritz Astl und dem Naturschutzbeirat. Bei Landeshauptmann Wendelin Weingartner können gar nur 25% Einsatz für Natur und Umwelt erkennen.

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