Oberösterreichs VP-Landesrat Leitl kritisiert mangelnden Siegeswillen der ÖVP: "Schüssel darf nicht Prohaska sein"

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT übt der oberösterreichische Wirtschaftslandesrat Christoph Leitl Kritik am mangelnden Siegeswillen der Bundes-ÖVP: "Die ÖVP wirkt oft, als ob sie mit einer 2:1 Niederlage bei den Nationalratswahlen nicht ganz unzufrieden wäre, weil damit mathematisch die Fortsetzung des Turniers möglich wäre. Die ÖVP muß das Publikum mitreißen. Unsere Fußball-Nationalmannschaft hat bei der WM auf Sicherheit gespielt. Diese Einstellung brauchen wir nicht." ****

Der Landeshauptmann-Stellvertreter kritisiert Bundesparteichef Wolfgang Schüssel vor der am Montag im Tiroler Telfs beginnenden ÖVP-Klubklausur indirekt, indem er sagt: "Schüssel darf nicht Prohaska sein." Leitl hofft auch auf eine Reduzierung der Reisetätigkeit seines Parteiobmanns: "Schüssel spult ein ungeheures internationales Programm ab. Aber ab zweiten Jänner muß er wieder bei den Heimspielen sein. Nur Auswärtsspielge goutieren die Leute nicht, sie wollen die Mannschaft auch daheim sehen."

Leitl, der der ÖVP bei den Nationalratswahlen 33 Prozent zutraut, empfiehlt der ÖVP die SPD zum Vorbild zu nehmen. Aktuell mache seine Partei den Eindruck, nicht gewinnen zu wollen: "Man möge sich ein Beispiel an der SPD nehmen. Vor einem Jahr hat men ihr den Wechsel nicht zugetraut. Sie hat ihn doch geschafft." Eine Obmanndebatte hält Leitl für verfrüht, dennoch stellt er klar: "Eine längere Mißerfolgsserie hat immer Konsequenzen." Die Frage, ob er selbst ÖVP-Obmann werden will, läßt Leitl offen. "Es kommt nicht darauf an, was ich mir zutraue, sondern was Wolfgang Schüssel sich zutraut. Und da warten wir noch auf stärkere Signale."

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