Format: Tageszeitung "Der Standard" vor Verkauf

Süddeutsche Zeitung will mit bis zu 49 Prozent einsteigen

Wien (OTS) - Die Tageszeitung "Der Standard", die am 18. Oktober
ihr Zehnjahres-Jubliäum begeht, steht vor dem Verkauf. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin Format in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Der Süddeutsche Verlag will für die Übernahme von 49 Prozent der Tageszeitung mehr als 200 Millionen zahlen. Süddeutsche-Geschäftsführer Günther Braun gegenüber Format: "Der Standard ist sehr interessant für uns. Uns verbindet ein gemeinsames verlegerisches Konzept."

Standard-Gründer Oscar Bronner bestätigt im Format-Interview zwar die Verkaufsverhandlungen, will aber auf die Süddeutsche nicht näher eingehen. "Ich bin bereit, bis zu 49 Prozent abzugeben. Ich habe es mir allerdings zur Politik gemacht, Namen nicht zu kommentieren." Zu Gerüchten, wonach der Deal bereits innerhalb der kommenden zehn Tage über die Bühne gehen könnte, sagte Bronner gegenüber Format: "Das kann ich nicht ausschließen."

Mit der Hereinnahme des Partners will der Zeitungsmacher nach eigener Aussage die Zukunft des Blattes absichern. Der Standard, der derzeit täglich zwischen 60.000 und 70.000 Exemplare verkauft, schreibt zwar heuer erstmals schwarze Zahlen, die Kapitaldecke ist jedoch nach wie vor dünn. Im Mai 1995 hatte Bronner bei der Bank Austria einen Kredit in der Höhe von 200 Millionen Schilling aufgenommen, um den Hälfteanteil des deutschen Gründungspartners Axel-Springer-Verlag zu übernehmen. Im Gegenzug ließ sich die Bank Austria weitreichende Pfandrechte einräumen.

Zur Zukunft der lachsfarbenen Qualitätszeitung meint Bronner:
"Die Entwicklung des Standards in den letzten zehn Jahren war beachtlich. Aber ich bin noch nicht zufrieden. Deshalb will ich einen strategischen Partner, der die Zeitung vorwärts bringen kann."

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