Pröll: Vom Grenzland mit Tradition zum Kernland mit Innovation

VP NÖ veranstaltet Enquete zum Thema "Grenzregionen - Land mit Zukunft"

Niederösterreich, 9.10.1998 (NÖI) Niederösterreich müsse vom Grenzland mit Tradition zum Kernland mit Innovation werden, skizzierte heute Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll das Ziel für Niederösterreich bei einer kommenden Erweiterung der Europäischen Union. Dabei seien zwei wesentliche Punkte entscheidend.
Einerseits könne bei einer Neugestaltung der Strukturförderung nicht nur die Arbeitslosenquote als Kriterium herangezogen werden, "auch die Abwanderungsquote und die Wirtschaftskraft müssen als Parameter Berücksichtigung finden. Hier müssen wir uns mit aller Kraft einsetzen und gegenüber Brüssel und der Bundesregierung auch durchsetzen", so Pröll. Auf der anderen Seite seien aber auch wichtige Aufgaben im eigenen Land zu erledigen. Er erinnerte
daran, daß derzeit intensiv an einem Fitneßprogramm für Niederösterreich gearbeitet werde. ****

Im Rahmen dieses Fitneßprogrammes nannte der Landeshauptmann
den Bereich der Infrastruktur, die Bereiche Tourismus, Technologie und Innovation und den Bildungsbereich als die wesentlichen
Säulen. Zur Erweiterung meinte Pröll, daß von politischer Seite mit Augenmaß und Sensibilität an die Aufgabe herangegangen werden müsse. Es sei aber zutiefst unehrlich, wenn man aus parteipopulistischen Gründen behaupte, die Erweiterung sei zu verhindern. Als Schwerpunkt und Ziele des Erweiterungsprozesses nannte er die europäische Friedenssicherung, die Existenzsicherung durch neue Märkte und eine Angleichung der Standards. "Je rascher diese angeglichen werden, desto eher wird Sicherheit in einem größer werdenden Europa geschaffen", so der Landeshauptmann.

Die Ausgangslage, eine Top-Region und Kernland als Zentrum
eines neuen Europa zu werden, sei ausgezeichnet. Niederösterreich liege nämlich unter rund 270 europäischen Regionen bei der Arbeitsplatzstatistik an der ausgezeichneten 4. Stelle. Bei der Jugend liege NÖ mit der geringsten Arbeitslosigkeit sogar an
erster Stelle. "Es zeigt sich also, daß wir, wenn wir richtig anpacken, auch in einer sensiblen Phase erfolgreich sind", so Pröll.

Als weitere Experten konnte VP-Landesgeschäftsführerin Mag. Johanna Mikl-Leitner vor rund 150 interessierten Teilnehmern Dr. Gerald Mathis (Geschäftsführer der BCA-Unternehmensberatung St. Gallen), Irmtraud Berger (Bürgermeisterin der Gemeinde Vitis),
Dir. DI Adolf Kastner (Regionalmanager), Dkfm. Theodor Krendelsberger (Geschäftsfüherer Eco-Plus) und Dr. Gerhard Stindl (Vorstandsdirektor der ÖBB) begrüßen. Moderation Chefredakteur Harald Knabl.

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