MAK Center - FOR ART AND ARCHITECTURE Los Angeles Eröffnung der Ausstellung 27. September 1998

DIANA THATER - The best animals are the flat animals - the best space is the deep space

Wien (OTS) - Das MAK Center for Art and Architecture Los Angeles zeigt vom 28.10.1998 bis 17.01.1999 das mehrteilige Ausstellungprojekt The best animals are the flat animals - the best space is the deep space der amerikanischen Film- und Videokünstlerin Diana Thater. The best animals are the flat animals - the best space is the deep space besteht aus acht Arbeiten mit insgesamt 27 Teilen, die in jeder Installation im Rahmen der fünf geplanten Ausstellungsstationen neu konfiguriert werden. Die gezeigten Film-und Videoprojektionen sind speziell für die jeweilige Ausstellungssituation ausgewählt, zusammengestellt und gemäß der Charakteristika des Ortes installiert. Sie sind als Teile einer einzelnen Arbeit zu sehen, die sich in ihrer Totalität erst über die unterschiedlichen Orte und die dort zu sehenden Videoprojektionen realisiert.

Die Ausstellung im MAK Center L. A. besteht aus insgesamt drei korrespondierenden Videoarbeiten, die auf Fernsehmonitoren und als großformatige Wandprojektionen gezeigt werden. Die Präsentation greift dimensional die architektonischen Bedingungen des Schindler House auf und konstituiert sie als membrane Projektionsfläche zwischen dem Stadtraum und dem Hausinneren. Die architektonische Struktur ist nicht nur "dekorativer" Teil von Thaters künstlerischer Arbeit, sondern bildet den relationalen örtlichen Wahrnehmungskontext, innerhalb dessen der Betrachter mit den Bedingungen des eigenen Sehens und seiner Konstruktion von Wirklichkeit konfrontiert wird:

The best space is the deep space ist eine Videoprojektion, die ein trainiertes Zirkuspferd einmal mit und einmal ohne seinen Trainer in einer abgedunkelten, von farbigem Nebel verhüllten Arena zeigt. Die beiden Akteure, Tier und Mensch, sind von nahezu identischen Standpunkten aus mit 16mm Film und Video aufgenommen. Die unterschiedliche Qualität der beiden Filmmedien, die Thater für die Videoprojektion zusammengeschnitten hat, die Irritation, die sich durch die Kopplung der einzelnen Kamerastandpunkte ergibt, dekodieren in der Betrachtung den Film als Arrangement technischer Möglichkeiten und Variationen realer, an sich flächiger Repräsentationsformen einer bereits zeitlich zurückliegenden Handlung.

The best outside is the inside ist eine weitere, aus zwei Projektionen bestehende Film- und Videoarbeit, die in der Landschaft des L. A. County Arboretum aufgezeichnet wurde und Tages- und Nachtlichtsituationen während der Filmaufnahmen bewußt umkehrt: Die Nachtsituation entstand tagsüber, die Situation bei Tag während der Nacht. Der 35mm Film zeigt perfekte Landschaftsbilder, im Gegensatz dazu offenbart das parallel projezierte Videomaterial komplementär die Künstlichkeit und Absurdität der Situation: Die Scheinwerfer, die die Bäume während der Nacht begrenzt ausleuchten, die Kameras, die am Set stehen sowie die Filmcrew, die die Aufnahme des Films beobachtet und kontrolliert, sind für den Betrachter deutlich zu sehen.

Komplettiert wird die Ausstellung des MAK Center mit der Arbeit The best animals are the flat animals, die in schnellen Bildschnitten extreme close-up Videoaufnahmen einer galoppierenden Zebra-Herde zeigen, die einen flächigen abstrakten schwarz/weiß gestreiften Hintergrund bilden. In dieses Bild sind Filmsequenzen über ein Rodeo-Zebra und seinen Trainer eingelagert. Da sich das Zebra in seiner gestreiften Flächigkeit ausschließlich lateral zur Bildfläche bewegt, bleibt die filmische Ebene stets zweidimensional und verschließt den Zugang in die Bildtiefe.

Die Ausstellung im MAK Center The best animals are the flat animals - the best space is the deep space bildet über die thematische Anbindung der einzelnen Projektionen in ihren Antagonismen Mensch/Tier, Natur/Kultur ein komplex verschlüsseltes Netz an Bedeutungen. Die Arbeit kann als Synthese und als visueller Diskurs über die Wirkungsweise von Bildern anhand ihrer Produktionsbedingungen, Präsentationsformen sowie ihrer Sinnbildungen verstanden werden. Die Faktoren Zeit und Raum, die unsere Wahrnehmung und letztlich unsere Existenz bedingen, konzipiert Diana Thater als Elemente des filmischen Inhalts, die sich gegeneinander verkehren:
Räumlichkeit ist vom zeitlichen Verlauf abgelöst und Zeitabläufe transformieren den bildlichen Tiefenraum in eine malerische Oberfläche.

Zeit - Raum - Farbe, die Komponenten der klassischen Malerei, sind die Elemente in die Thater Filmbilder zerlegt und durch ihre Neuzusammensetzung, dem technisch konstruierten mix und re-mix, darauf verweist, welchen Anteil die Apparatur an der Konstruktion von Bedeutung hat, wie wir durch Technologie sehen und Technologie durch uns sieht. Die in der Installation stattfindenden Überlagerungen zwischen realem und projeziertem Raum dekonstruieren die gelernte Funktionsweise eines Subjekt-Objekt-Verhältnisses. Durch diese Irritation verlieren wir den gewohnten Betrachterstandpunkt, finden uns selbst ins Zentrum der Betrachtung gerückt und erkennen die Labilität unserer Erkenntnis- und Wahrnehmungsstrukturen.

Weitere Stationen der Ausstellung sind das Museum of Modern Art, New York; das Allen Memorial Art Museum, Oberlin, Ohio; die Art Gallery of York, Ontario, Canada; das St. Louis Art Museum, St. Louis, Missouri.

Eröffnung27.Oktober 1998, 18.00 - 21.00 Uhr
Ausstellungsdauer28. Oktober 1998 - 17. Jänner 1999
OrtMAK Center for Art and Architecture

Los Angeles
Schindler House, 835 North Kings Road,

West Hollywood 90069
ÖffnungszeitenMittwoch - Sonntag, 11.00 - 18.00 Uhr

ContactMAK Center for Art and Architecture Los

Angeles
Schindler House, 835 North Kings Road,
West Hollywood 90069
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