AK-Telekomsymposium: Gute Arbeitsbedinungen und motivierte Mitarbeiter öffnen Marktchancen

"Zwei-Klassen" bei Konsumenten und Arbeitnehmern müssen verhindert werden

Wien (OTS) - "Daß die Anbietervielfalt am Telefonmarkt nur den Unternehmen und Großkunden Vorteile bringt, kann wohl kaum Sinn
der Sache sein," sagt heute, Donnerstag, Sylvia bei dem AK Telekom-Symposium "Zwischen Markt und Regulierung". Es sei nicht Aufgabe der Konsumentenschützer für einen transparenten Markt und überschaubare Konditionen zu sorgen, sondern die der Telefonbetreiber und Regulierungsbehörde. Hohe Sozialstandards und gute Arbeitsbedingunge nutzen den österreichischen Telekom-Unternehmen. Nur mit gut qualifizierten und motivierten
Mitarbeitern können sie im Wachstumsmarkt bestehen, sagt Sarreschtehdari-Leodolter.****

"Neue Technologien verlangen auch neue Qualifikationen. Doch
leider werden oft bestehende gute Arbeitsplätze gegen neue,
billige und schlecht abgesicherte ausgetauscht," betont Sylvia Sarreschtehdari-Leodolter bei dem AK Telekom-Symposium "Zwischen Markt und Regulierung", das die AK gemeinsam gestern, Mittwoch,
und heute, Donnerstag, mit der Postgewerkschaft veranstaltet. AK
und Gewerkschaften müssen sich gemeinsam dafür einsetzen, daß die Arbeits- und Einkommensbedingungen im Telekom-Sektor nach oben hin harmonisiert werden und gutbezahlte, sozial abgesicherte und hochqualifzierte Arbeitsplätze entstehen. Denn es darf nicht sein, daß nur die Unternehmen von den steigenden Teilnehmer- und Umsatzzahlen profitieren und bei den Arbeitnehmern eine Zwei-Klassen-Gesellschaft entsteht, sagt Sarreschtehdari-Leodolter.

Die Unternehmen -allen voran die Telekom AG der PTA- müssen
endlich erkennen, daß ihre Stärke in der Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter liegen. Eine Grundvoraussetzung für motivierte Mitarbeiter sind aber hohe Sozialstandards und gute Arbeitsbedingungen. Innovation sowie Aus- und Weiterbildung müssen in den Unternehmen stärker gefördert werden.

Festnetz: Konsumenten spüren nichts von Marktöffnung
Eine Liberalisierung darf auch nicht so aussehen, daß der Markt für die Konsumenten unüberschaubar wird und die Großkunden werden umworben. "Im Festnetzbereich muß ich leider feststellen, daß die bisherige Entwicklung den kleinen privaten Haushalten kaum
Vorteile gebracht hat", so die AK Expertin. Daher müsse es auch klar die Aufgabe der Betreiber selbst und der Regulierungsbehröde sein, für einen transparenten Makrt und für überschaubare Konditionen sowie der Sicherung des Universaldienstes zu sorgen.
Es ist unabläßlich, daß alle Beteiligten - Arbeitnehmer-, Wirtschafts- und Konsumentenvertreter sowie Gesetzgeber und Regulierer - an einem Strang ziehen, damit alle Vorteile aus der Marktöffnung spüren.

Neuen Telefonanbieter müssen ehestbald mitzahlen
Es muß raschest der Universaldienstfonds - wie im Telekomgesetz vorgesehen - eingerichtet werden, fordert Sarreschtehdari-Leodolter. Die neuen Betreiber, die keine Versorgungspflichten -
zB Auskunft, Telefonverzeichnisse - haben, müssen ihre Ausgleichszahlungen in den einzurichtenden Fonds leisten. Nur so können faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden, meint die
AK Expertin, und die Post kann unrentable Dienste im öffentlichen Interesse weiterhin zu erschwinglichen Preisen anbieten. "Denn es kann wohl kaum sein, daß eine Konsumentengruppe - das ist die Mehrzahl der PTA Kunden - die Kosten des Universaldienstes trägt, um die günstigere Tarife für die Großkunden und Unternehmen zu finanzieren," kritisiert Sarreschtehdari-Leodolter.

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