AK: Telekommunikation muß Arbeitnehmern und Konsumenten Vorteile bringen

Wien (OTS) - "Um faire Wettbewerbsbedingungen für alle Telekom-Marktteilnehmer zu schaffen, müssen gemeinwirtschaftliche und soziale Zielsetzungen gewährleistet bleiben. Vorteile aus der Liberalisierung müssen auch den betroffenen Arbeitnehmern und
allen Konsumenten zugute kommen" sagt die Leiterin der Abteilung Verkehrspolitik, Sylvia Sarreschtehdari-Leodolter heute, Mittwoch, bei der Eröffnung des AK Symposiums "Telekommunikation - Zwischen Markt und Regulierung". Dazu bedarf es neuer Regeln und einer
fairen Finanzierung, an denen sich alle - vor allem die neuen -Marktteilnehmer beteiligen. ****

Der politische Umbruch bedeutet nicht nur die Liberalisierung von Monopolunternehmen, sondern auch eine Abkehr von vielen gewohnten gesellschaftspolitisch motivierten Regulierungsinstrumenten, sagt Sylvia Sarreschthedari-Leodolter bei der Eröffnung des AK Symposiums Telekommunikation, das die AK gemeinsam mit der Postgewerkschaft veranstaltet. In einem liberalisierten Markt
würde die Konkurrenzsituation Quersubventionen nicht erlauben, da Tarife, die über den Kosten liegen, um andere Bereich zu subventionieren, von anderen Betreibern unterlaufen werden können.

Sollen im Telekombereich trotzdem bestimmte Versorgungsaufgaben,
wie zB flächendeckende Versorgung, oder Sozialtarife für gewisse Gruppen aufrecht erhalten bleiben, bedarf es gesonderter
Regelungen und Finanzierungsformen im Rahmen eines umfassenden Universaldienstkonzeptes, betont Sarreschtehdari-Leodolter. Nur Grundsätze in gesetzlichen Bestimmungen aufzunehmen genügt nicht, sie müssen auch umgesetzt werden. Durch geeignete Maßnahmen muß auf allen Ebenen – vom Gesetzgeber, über den Regulator bis hin zur Gestaltung der Arbeitsbedingungen in den einzelnen Unternehmen – dafür gesorgt werden, daß die angekündigten Vorteile der Liberalisierung nicht nur den Großkunden und wenigen Unternehmen, sondern den Beschäftigten in allen Telekom-Unternehmen und allen österreichischen Konsumenten zugute kommen.

Das Zusammenwachsen bzw. die Verknüpfung der Bereiche Telekommunikation, Medien und Informationstechnologien wird sich zukünftig noch verstärken und neue Formen des Arbeitens, Lernens und Lebens ermöglichen. Gleichzeitig werden sich aber auch die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die Unternehmen ändern. Je weiter die Bereiche zusammenwachsen, desto schwieriger wird es, die unterschiedlichen gesellschaftspolitisch motivierten Regulierungsformen aufrechtzuerhalten. "Das EU
Grünbuch zur Konvergenz dieser Bereiche ist nur ein erster
Schritt, um diesen Prozeß zu analysieren und die dadurch entstehenden rechtlichen, sozialen und gesellschaftspolitischen Probleme anzudenken," meint Sarreschtehdari-Leodolter.

An der Konferenz nehmen heute und morgen teil:
Mittwoch, 7.10.:
Rudolf Randus, Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten Sylvia Sarreschtehdari-Leodolter, AK Wien
Helmut Schönthaler, Vorstand UTA-Telekom
Josef Sindelka, Generaldirektor, PTA
Hermann Weber, Leiter der obersten Fernmeldebhörde im BMWV
Heinrich Otruba, Geschäftsführer Telekom Controll GesmbH
Michale Latzer, Akademie der Wissenschaften
Alois Schrems, Telekom Controll GesmbH
Hans Bitteth, Vors.-Stv. des zentralausschusses der PTA-Bediensteten
Hannes Leo, WIFO

Donnerstag, 8.10.:
Rudolf Parnigoni, Vors. des parlamentarischen Verkehrsausschusses Sylvia Sarreschtehdari-Leodolter, AK Wien
Roderich Regler, Leiter der Abteilung Verkehrspolitik in der WKÖ Karl Proyer, GPA
Richard Leutner, Leitender Sekretär im ÖGB

Rückfragen & Kontakt:

Presse Doris Strecker
Tel.: (01)501 65-2677

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