Neue Bundesländer: großes Exportpotential für Österreich

Ausfuhren im ersten Halbjahr '98 um 16 Prozent zugelegt - Investitions-Struktur im Laufe der Jahre stark verbessert

PWK - "Nur etwa fünf Prozent des österreichischen Außenhandels mit Deutschland entfallen bislang auf Ostdeutschland", berichtet der österreichische Handelsdelegierte in Berlin, Alfons Wagenhofer. "Es besteht also noch ein gewaltiges Exportpotential für österreichische Unternehmen in den neuen Bundesländern, das es auch zu nutzen gilt". ****

Wagenhofer zieht eine insgesamt positive Bilanz über das Engagement der österreichischen Wirtschaft in Ostdeutschland neun Jahre nach dem Fall der Mauer. "Die Struktur der österreichischen Investitionen hat sich in diesen Jahren erheblich gewandelt und verbessert". Dominierte anfänglich eindeutig die Bauwirtschaft, so trat mit deren Abflauen eine deutliche Diversifizierung bei den österreichischen Aktivitäten in den neuen Bundesländern ein. Heute sind nur noch 10 Prozent der Firmen im Baubereich beschäftigt, während je 30 Prozent in der Produktion, im Handel sowie im Dienstleistungsbereich tätig sind. Insgesamt beziffert Wagenhofer den Wert der rund 300 österreichischen Niederlassungen mit rund 17,5 Mrd Schilling, die Zahl der damit geschaffenen Arbeitsplätze mit etwa 30.000.

Das Hauptinteresse der österreichischen Investoren geht nunmehr in Richtung Maschinen- und Anlagenbau, Energie- und Umwelttechnik, Holzbearbeitung, Elektrotechnik und Elektronik und nach wie vor in den Baustoffbereich. Als Gründe für das anhaltende Interesse nennt der Handelsdelegierte vor allem "die inzwischen hervorragend ausgebaute Infrastruktur, die große Zahl gut ausgebildeter und leistungswilliger Arbeitnehmer sowie die nach wie vor hohen Investitionsförderungen".

Der Außenhandel der neuen Bundesländer hat sich seit der Wende relativ zäh entwickelt, was in erster Linie auf die schwache industrielle Basis zurückzuführen ist. 1997 beliefen sich die österreichischen Ausfuhren in die neuen Bundesländer auf 8,4 Mrd Schilling, womit gegenüber 1996 ein leichter Rückgang von 3,4 Prozent eingetreten ist. Eingeführt wurden nach Österreich hingegen Waren im Wert von 11,9 Mrd Schilling, was einer Steigerung von 9,2 Prozent gegenüber 1996 entspricht. "Positive Anzeichen sehen wir aber in diesem Jahr: im ersten Halbjahr 1998 erhöhten sich die österreichischen Ausfuhren nach Ostdeutschland um 16 Prozent", so Wagenhofer.

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