ARBÖ: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur überhöhte Geschwindigkeit!

Strenge Strafen für Rasen im Regen

Wien (ARBÖ) - Überhöhte Geschwindigkeit bei schlechtem Wetter kann teuer kommen, warnt ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert anläßlich eines konkreten Falles: Ein Pkw-Lenker fuhr auf der Autobahn bei nasser Fahrbahn und starkem Regen mit einer Geschwindigkeit von 90 bis 95 km/h und verursachte dabei einen Verkehrsunfall (mit Sachschaden).

Er wurde von der Verwaltungsbehörde wegen der Verwaltungsübertretung nach § 20 Abs.1 StVO bestraft. Seine diesbezügliche Beschwerde wurde vom Verwaltungsgerichtshof als unbegründet abgewiesen.

Gemäß der zitierten Bestimmung hat der Lenker eines Fahrzeuges die Fahrgeschwindigkeit den gegebenen oder durch Straßenverkehrszeichen angekündigten Umständen, insbesonders den Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen, sowie den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen. ARBÖ-Expertin Mag. Göppert: "Der Lenker eines Kraftfahrzeuges hat also seine Fahrgeschwindigkeit so einzurichten, daß er den aus der besonderen Verkehrssituation ergebenden Verhältnissen jederzeit gerecht
werden kann."

Außerdem - so auch die Rechtsprechung des OGH, der sich der Meinung des Verwaltungsgerichtshofes anschließt - verhält die Vorschrift des § 20 Abs. 1 StVO den Fahrzeuglenker dazu, nicht nur die vor ihm liegende Fahrbahn, sondern auch deren Ränder und das anschließende Gelände ständig im Auge zu behalten, um auf Hindernisse rechtzeitig reagieren zu können.

Die besondere Gefährlichkeit einer regennassen Fahrbahn kann durch dichten Regen und eine überschwemmte Fahrbahn noch ein zusätzliches Ausmaß erreichen. Die in einem solchen Fall gewählte Fahrgeschwindigkeit von 90 bis 95 km/h wurde demnach zu Recht als gegen die Vorschrift des § 20 Abs. 1 erster Satz StVO verstoßend gewertet.

Obwohl in der Praxis die Anlastung einer relativ überhöhten Geschwindigkeit eher schwierig sein wird, spielt gerade dieser
Punkt häufig in straf- und zivilgerichtlichen Verfahren bei der Beurteilung des Verschuldens von Unfallbeteiligten eine nicht unbedeutende Rolle. So wurde eine Geschwindigkeit von 70 bis 80
km/h bei starkem Schneefall, schlechter Sicht und nicht gestreuter Fahrbahn auch auf der Autobahn jedenfalls als überhöht angesehen und bei der Frage des Verschuldens des Kfz-Lenkers auch dementsprechend bei der Entscheidung über den Schadenersatz gewertet, erläutert die ARBÖ-Verkehrsjuristin.

In diesem Zusammenhang ist auch die in der Straßenverkehrsordnung angeführte Zusatztafel zu beachten, die darauf hinweist, daß z.B. vorgeschriebene Geschwindigkeitsbeschränkungen nur für den Fall von nasser Fahrbahn, Schnee oder Eis zu beachten sind. "Das Ausnützen der jeweils zulässigen Höchstgeschwindigkeit setzt ein Vorliegen von optimalen Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen voraus", faßt Mag. Renate Göppert zusammen.

Rückfragen & Kontakt:

(01) 891 21/244 oder 280
e-mail: presse@arboe.or.at

ARBÖ Presse

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAR/NAR