Südtiroler Kulturwoche eröffnet

LH Pröll: Zwei Regionen mit Brückenfunktion

St.Pölten (NLK) - Ein Festakt mit den beiden Landeshauptmännern Dr. Erwin Pröll und Dr. Luis Durnwalder und ein Chorabend "Singen ohne Grenzen" bildeten gestern abend in der St.Pöltner Synagoge den Auftakt für die Südtiroler Kulturwoche in Niederösterreich. Das Programm mit Sängerinnen und Sängern aus beiden Ländern - das Vokalensemble Alla Breve aus Brixen, das Ensemble Gherdeina aus Gröden, der Stadtchor Eggenburg und der Männergesangsverein Gumpoldskirchen - begeisterte das Publikum. In den Festreden kam immer wieder das Ziel eines vereinten Europa zum Ausdruck, in dem die historisch gewachsenen regionalen Eigenständigkeiten gewahrt bleiben. Die Südtiroler Kulturwoche bietet bis 11. Oktober Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen, Lesungen und Vorträge an verschiedenen niederösterreichischen Schauplätzen. Sie spiegelt die ungeheure kulturelle Vielfalt Südtirols wider: Es gibt, wie Landeshauptmann Durnwalder bilanzierte, in nur 116 Gemeinden 208 Musikkapellen, 306 Feuerwehren, 187 Theatergruppen, 150 Schützenkompanien und mehr als 400 Chöre.

Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop verwies auf historische und kulturelle Verbindungen zwischen Südtirol und Niederösterreich. Unter anderem stammt die Melodie des Andreas Hofer-Liedes, der Hymne Südtirols, von dem Niederösterreicher Leopold Knebelsberger. Verbindend sei schließlich auch der Wein, der die Landschaft und die Menschen prägt. Südtirols Kultur-Landesrat Dr. Bruno Hosp betonte, durch die Südtiroler Kulturwoche mit ihrem breitgefächerten Programm sollten vor allem auch menschliche Beziehungen geknüpft werden.

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll erklärte, das Schicksal Südtirols sei den Niederösterreichern immer besonders am Herzen gelegen: "Ihr gehört zu uns!" Heute hätten beide Länder eine wichtige Brückenfunktion, Südtirol zwischen Mittel- und Südeuropa, Niederösterreich zwischen Mittel- und Osteuropa. Die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Regionen sei ungeheuer wichtig für die Weiterentwicklung in Europa, und so gesehen habe die Südtiroler Kulturwoche nicht nur eine kulturpolitische, sondern auch eine enorme europapolitische Bedeutung.

Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder hob hervor, die Südtiroler Kulturwochen, die in allen Bundesländern außer in Tirol stattfinden, hätten eine doppelte Zielrichtung: Einerseits seien sie ein Dankeschön an Österreich und an alle Bundesländer für die jahrzehntelange Unterstützung Südtirols, die schließlich die gute Autonomie-Lösung ermöglicht hätte, andererseits sollen sie zeigen, daß in Südtirol keine sterbende, sondern eine höchst lebendige Minderheit daheim ist.

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