Berufsinformationswoche '98 vom 1. bis 7. Oktober in Hollabrunn

Wien (Pwk) - Was könnte ich werden? Diese Frage stellt sich früher oder später einmal jeder Jugendliche. Bei der 34. Berufsinformationswoche (BIW) der Wirtschaftskammer Niederösterreich, die heuer vom 1. bis zum 7. Oktober auf dem Messegelände in Hollabrunn stattfindet, könnte so mancher Schüler bereits seinen Traumberuf finden. Dazu gibt es ein reichhaltiges Beratungs- und Unterhaltungsprogramm. Zu den "Highlights" zählen dieses Jahr Surfen im Internet-Caf‚, eine Live-Präsentation des Handels, Modenschauen der Kleidermacherlehrlinge, ein spezieller Karriere-Info-Stand u.v.m. ****

Im Mittelpunkt steht aber auch diesmal wieder die Präsentation von rund 90 Lehrberufen in "Lebenden Werkstätten", die die Schüler auf die vielfältigen und interessanten Berufsmöglichkeiten in der gewerblichen Wirtschaft aufmerksam machen soll. Denn nach wie vor konzentrieren sich die Berufswünsche der Jugendlichen auf einige wenige Modeberufe, in denen es zuwenige offene Lehrstellen gibt, während in anderen Lehrberufen die Anzahl der freien Ausbildungsplätze die Anfrage übersteigt. Engpässe gibt es vor allem bei den Berufen Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau und Frisör. Gute Aussichten haben allgemein Berufe im Tourismus sowie im Bau- und Baunebengewerbe. Die "BIW" soll dazu beitragen, den Jugendlichen auch noch andere Berufe als die allgemein bekannten schmackhaft zu machen.

"Was die derzeitige Situation am Lehrstellenmarkt betrifft, so ist sie gerade in Niederösterreich weit weniger dramatisch, als sie in der Öffentlichkeit dargestellt wird", betonte die Vizepräsidentin der Wirtschaftskamer Niederösterreich, Sonja Zwazl anläßlich der BIW-Eröffnung am 7. Oktober. Als Beweis: Bis Ende August 1998 wurden 5.106 neu abgeschlossene Lehrverträge eingereicht. Das sind immerhin um 229 mehr als im Vorjahr. "Die Ausbildungsbereitschaft der niederösterreichischen Betriebe hat um einiges zugenommen", registriert Zwazl.

Auf jeden Fall sei die Lehre keine bildungspolitische Sackgasse, so Zwazl wörtlich. Mit der Betriebsreifeprüfung sei nun auch die Durchlässigkeit von der Lehre bis zum Universitätsstudium gegeben.

"Die Verantwortung des gesamten Bildungswesens darf nicht allein auf der Wirtschaft lasten", gibt die Vizepräsidentin zu bedenken. "Sie müßte eigentlich das Mega-Thema sein. Doch anstatt mehr Praxisbezug in das schulische Ausbildungssystem hineinzubringen, wird darüber diskutiert, ob man künftig Schiffahrt mit zwei oder mit drei "f" schreibt."
(Schluß) MH

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