Evangelische Kirche und Diakonie fordern Schutz für Kosovo- Flüchtlinge

Chalupka: Menschen in Nichtexistenz entlassen

"Seit 1991 produzieren die österreichischen Gesetze und die
Praxis der Behörden nicht legal aufhältige, obdachlose Flüchtlinge am laufenden Band. Unter dem Gesichtspunkt der Humanität und der Menschenrechte ist diese Situation ein anhaltender Skandal!"
Darauf machte der Geschäftsführer des Evangelischen Flüchtlingsdienstes MMag. Michael Bubik bei einer Pressekonferenz in Wien am 30. September aufmerksam. Der anhaltende Flüchtlingsstrom aus dem Kosovo bedürfe einer baldigen Überarbeitung des Asylgesetzes.
Die Evangelische Kirche und Diakonie fordern für die Flüchtlinge aus dem Kosovo temporären Schutz und damit legalen Aufenthalt
sowie eine Mindestversorgung und Basissicherung. Der evangelische Flüchtlingsdienst werde weiterhin Überzeugungsarbeit leisten innerhalb der Kirchen und gegenüber den VerantwortungsträgerInnen der Gesellschaft, betonte Bubik.

Das neue Asyl- und Fremdengesetz entlasse Menschen in die "Nichtexistenz". Mag. Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, zeigte sich besorgt, daß der Zugang zum Asylverfahren nicht gewahrt sei und das Recht auf Asyl weiter ausgehöhlt bleibe. Der Schutz der Familieneinheit sei ebenso nicht gewährleistet. Der evangelische Oberkirchenrat Dr. Johannes Dantine forderte die Wahrung des subjektiven Rechtes auf Asyl. Gleichzeitig müsse die Evangelische Kirche auch gegen die Haltung der Regierung protestieren, denn der Staat dürfe nicht einfach durch das Engagement der Kirchen aus seiner Verantwortung entlassen werden. Bei der Pressekonferenz kündigte Dantine eine neue Solidaritätsaktion für Flüchtlinge aus dem Kosovo an.

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