Geheimtreffen der Krankenkassenchefs desavouiert Hostasch

Sozialministerin hat Erklärungsbedarf bei Krankenscheingebühr

Wien (OTS) - Bei einem Geheimtreffen der Chefs der 28
Krankenkassen vergangene Woche in Innsbruck wurde von diesen die Beibehaltung der Krankenscheingebühr beschlossen. "Damit stellt sich die Frage, was das Wort der Gesundheitsministerin zählt, die sich für die Abschaffung der Krankenscheingebühr ausgesprochen hat, sobald die Chipkarte eingeführt wird", sagt heute AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB).

Die Chefs der Krankenkassen desavouieren entweder bewußt die Ministerin, oder alle zusammen spielen ein besonders perfides Spiel mit der Gutgläubigkeit der Patienten, kritisiert Dirnberger. Der AK-Vize erinnert daran, daß die Politiker bei der Einführung der Krankenscheingebühr versprochen hatten, diese wieder abzuschaffen, sobald es die Chipkarte gibt. "Die Gesundheitsministerin ist gut beraten, wenn sie die Alleingänge der Krankenkassenchefs stoppt und klarstellt, daß es einen Primat der Politik gibt, dem sich auch Kassenbeamte zu beugen haben", fordert Dirnberger ein rasches Durchgreifen der Ministerin bei den Krankenkassen.

3,5 Mrd. Einsparung durch Ausweitung der Rezeptfreiheit

Die Finanzierungsprobleme der Krankenkassen sind nicht durch ständige neue Belastungen der Patienten zu lösen, stellt Dirnberger klar. Die Krankenkassen haben seit der Einführung der Krankenscheingebühr genug Zeit gehabt, längst aufgezeigte Einsparungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Ausweitung der Rezeptfreiheit, die den Krankenkassen bis zu 3,5 Mrd. ersparen würde, zu nutzen. Das ist nicht geschehen, deshalb fordert Dirnberger personelle Konsequenzen in den Führungsetagen der Krankenkassen. Es kann sicher nicht so sein, daß deren wirtschaftliche Unfähigkeit von den Patienten zu finanzieren ist", stellt Dirnberger klar.

Krankenscheingebühr als Steuerungsinstrument unbrauchbar

Wie wenig durchdacht die Einführung der Krankenscheingebühr war, zeigt sich jetzt besonders deutlich. Obwohl die Ärzte anfangs weniger Krankenscheine erhalten haben, haben sie einfach pro Schein mehr verrechnet, die Kosten sind sogar gestiegen. "Damit ist bewiesen, daß diese Gebühr keinerlei Steuerungsfunktion hat, sondern sogar unter dem Strich teurer kommt", faßt Dirnberger abschließend zusammen.

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