Österreich verbesserte Handelsbilanz trotz Wirtschaftskrisen

Winkler: Exporterfolge in konjunkturstarken Regionen über- kompensierten im 1. Halbjahr 1998 Einbrüche in Krisengebieten

PWK - Die Dynamik des österreichischen Exportwachstums hat sich heuer im ersten Halbjahr - bedingt durch die Wirtschaftskrisen in einigen Weltregionen - zwar etwas verlangsamt, es konnte aber dennoch gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 9,9 Prozent erreicht werden. "Dies ist nicht zuletzt deshalb beachtlich, da die Exporte im ersten Halbjahr 1997 außergewöhnlich kräftig gewachsen waren", erklärt der Leiter der Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer Österreich, Egon Winkler. "Da die Importe von Jänner bis Juni 1998 nur um 7,6 Prozent zugenommen haben, gelang es Österreich somit in dieser Zeit seine Handelsbilanz um weitere 13,3 Prozent zu verbessern". ****

Schmerzhafte Einbußen der österreichischen Ausfuhren, die heuer im ersten Halbjahr vor allem in Fernost verzeichnet wurden (-19,1 Prozent), konnten durch besondere Exporterfolge in konjunkturstarken Regionen überkompensiert werden. Dies gilt vor allem für die USA und den EU-Raum. In die Vereinigten Staaten konnten die heimischen Ausfuhren im ersten Halbjahr 1998 um 29,6 Prozent auf 15 Mrd Schilling gesteigert werden, während der Importzuwachs nur 4,3 Prozent betrug. "Bei den Geschäften mit den europäischen Staaten ist weiterhin der EU-Effekt - eine Vertiefung der Handelsbeziehungen im Binnenmarkt - zu spüren. Dieser wirkte sich im ersten Halbjahr 1998 sehr positiv auf die Handelsbilanz aus, die allein in diesem Raum um mehr als 7 Mrd Schilling verbessert werden konnte", so Winkler. Die heimischen Lieferungen in die EU-Mitgliedsstaaten stiegen während dieser Zeit um 11,6 Prozent, die Bezüge aus diesen Ländern hingegen nur um 6,8 Prozent.

Doch auch die seit Jahren anhaltende positive Entwicklung des Außenhandels mit den mittel- und osteuropäischen Ländern hält weiter an. In den ersten sechs Monaten betrug das Exportvolumen 96,5 Mrd Schilling, wobei auf die österreichischen Ausfuhren 56,5 Mrd und auf die Einfuhren 40 Mrd Schilling entfielen, berichtet Winkler.

Von den Krisenregionen schlägt sich bislang am stärksten die Asienkrise in der österreichischen Außenhandelsstatistik nieder. Eine besonders negative Entwicklung ist bei den österreichischen Exporten nach Japan zu verzeichnen, Österreichs wichtigstem Markt in Fernost. Die Lieferungen dorthin sind im ersten Halbjahr 1998 um 31,9 Prozent rückläufig. "Die Rückgänge in Fernost sind allerdings rein krisenbedingt", merkt Winkler an. "So entwickeln sich beispielsweise unsere Ausfuhren in die Volksrepublik China, die ja nicht direkt von der Asienkrise betroffen ist, mit einer Steigerung von 7,5 Prozent weiterhin positiv".

Die Wirtschaftskrisen in Rußland und Lateinamerika wirkten sich bislang noch nicht wirklich auf die österreichische Exportstatistik aus. Die Exporte nach Rußland nahmen heuer im ersten Halbjahr um ein Prozent, nach Lateinamerika um 0,5 Prozent zu, jedoch gewiß mit fallender Tendenz.

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Tel. 50105 DW 4311Dr. Egon Winkler

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