OeNB- BIZ-Survey 1998 - Umsätze im Devisenhandel und im Derivativgeschäft im Monat April 1998

Wien (OTS) - Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich
(BIZ) führt eine Erhebung über die Umsätze im Devisen- und Derivativhandel nun schon traditionellerweise in 3-Jahres-abständen durch. Gleichzeitig mit insgesamt 40 Ländern veröffentlicht die Oesterreichische Nationalbank die
nationalen Ergebnisse für den April 1998.
Diese Daten sind unter der Web-Site:
www.oenb.co.at/biz_survey_turn98p.htm zu finden.

Die BIZ wird in der Folge eine Presseaussendung mit den aggregierten Daten aller meldenden Länder veröffentlichen, die unter der Web-Site: www.bis.org/publ/r_fx98.htm aufzufinden
sein wird.
Die von der BIZ veröffentlichten Daten werden um
Doppelmeldungen aller weltweit beteiligten Meldebanken
("reporting dealers") bereinigt sein.
Die der österreichischen Presseaussendung beigelegten Daten
sind nur um Doppelmeldungen der österreichischen Meldebanken ("local reporting dealers") bereinigt und daher nicht direkt
mit den BIZ-Daten vergleichbar. Die in der
Laufzeitengliederung enthaltenen Daten sind auf Bruttobasis veröffentlicht, also nicht um nationale Doppelmeldungen
bereinigt.

Die Marktsituation in Österreich hat sich seit der letzten Umfrage deutlich verändert, daher sind die Umsatzdaten aus
April 1998 nicht direkt mit den Ergebnissen des Jahres 1995 vergleichbar. Zudem hat sich die Stichprobe der meldenden
Banken verändert, da einige Banken nicht mehr im Handel aktiv
sind und andere Marktteilnehmer die Zusammensetzung ihres
Portfolios deutlich verändert haben. Mergers in der Gruppe der größten 5 Banken hatten ebenfalls einen Einfluß auf die Ergebnisse.

Allgemein kann eine Verlagerung vom traditionellen Devisenhandelsgeschäft hin zum komplexeren Derivativgeschäft beobachtet werden. Dennoch verfolgten einige Banken auch die entgegengesetze Strategie und haben ihre Marktposition im traditionellen Devisenhandel weiter ausgebaut.

Die Umsatzdaten im Einzelnen

Der Umsatz am österreichischen Devisenmarkt bestehend aus Kassageschäften, Termingeschäften und FX-Swap-Geschäften
betrug im April 1998 209,8 Mrd. USD. Dies entspricht einem durchschnittlichen Tagesumsatz von 10,5 Mrd. USD an den
20 Handelstagen im April 1998.
Im Vergleich zum Gesamtumsatz des Monats April 1995 bedeutet
dies einen Rückgang von 13%, der im wesentlichen auf eine
Reduktion des Kassahandels zurückzuführen ist.

Der Umsatz an Derivativgeschäften - bestehend aus
Currencyswaps (Ausgleich der Zinszahlungen in den betreffenden Währungen während der Laufzeit und Umtausch der Währungen am
Ende der Laufzeit), außerbörslichen Devisen-Optionen sowie den Zinsinstrumenten, Forward Rate Agreements, Zinsswaps(Ausgleich
der Zinszahlungen in einer Währung z.B. fixer gegen variabler Zinsen) und Zinsoptionen betrug im Monat April 91,9 Mrd. USD
oder einen Tagesumsatz von 4,6 Mrd USD. Dies bedeutet, daß
sich im Vergleich zum 1995 der tägliche Umsatz von damals
rund 2,3 Mrd. USD verdoppelt hat.

Die Gesamtumsätze im Devisen- und Derivativhandel sind seit
1995 um 7% angestiegen, wobei - wie schon erwähnt - eine Verschiebung von traditionellen Devisengeschäften zu
komplexeren Derivativgeschäften stattgefunden hat.

Anteil der Marktsegmente

Den größten Anteil am Devisenumsatz hat nach wie vor der Kassahandel mit 51 % (107,1 Mrd. USD), gefolgt vom FX-Swap
Handel 44 % (92,1 Mrd. USD), während lediglich 5 % oder
10,6 Mrd. USD den Devisentermingeschäften zuzurechnen sind.

Beim Derivativgeschäft verzeichneten die Zinsswaps die
größten Umsätze (45 % entsprechen 41,6 Mrd. USD), gefolgt von
den beinahe gleichstarken Teilmärkten FRA und Devisenoptionen
mit einem Marktanteil von jeweils 25 % oder 22,7 Mrd. USD.
Deutlich geringer waren die Umsätze der Currencyswaps (3% oder
2,6 Mrd. USD) und Zinsoptionen (2 % oder 2,3 Mrd. USD).

Währungsgliederung

Wie auch im Jahr 1995 waren die weitaus am häufigsten gehandelten Währungspaare USD/DEM, ATS/USD und ATS/DEM. Der
Handel mit USD/DEM (Devisen- und Derivativumsätze, bei denen
mind. 2 Währungen beteiligt sind) hatte einen Marktanteil von beinahe 44% mit einem Umsatz von 101,2 Mrd USD. An zweiter
Stelle lagen Umsätze im Währungspaar ATS/USD mit einem
Marktanteil von etwa 18% (40,8 Mrd. USD) gefolgt von Umsätzen
in ATS/DEM Geschäften mit einem Marktanteil von 7% oder
16,5 Mrd. USD.

Bei den Zinsinstrumenten gliederte sich der Gesamtumsatz
von 66,5 Mrd. USD wie folgt: DEM-Geschäfte verzeichneten mit
33% (22,2 Mrd. USD) gefolgt von ATS-Geschäften mit 28% oder
18,7 Mrd. USD die höchsten Umsätze im Monat April. CHF und USD-Verträge hatten ungefähr ähnliche Marktanteile in der Größenordnung von rund 9%.

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