Ohne Sozialpartner werden Beschäftigungsziele nicht erreicht

Teufelsbauer: "Nur umfassende Organisationen sind verläßliche Partner im sozialen Dialog"

Wien (Pwk) - "Private Lobbyorganisationen können keine wirklichen Sozialpartner in Europa sein, denn sie haben nur die Partikularinteressen ihrer Klientel im Auge, übernehmen jedoch keine gesellschaftspolitische Verantwortung. Nur umfassende Organisationen sind kooperationsfähig und verläßliche Partner im sozialen Dialog", erklärte Werner Teufelsbauer, Leiter der Abteilung für Wirtschaftspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, anläßlich der internationalen Sozialpartner-Konferenz, die vom 28.-29. September in Wien stattfand. ****

Im Rahmen eines Workshops über die institutionellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wirtschafts- und Währungsunion, appellierte Teufelsbauer an die Europäische Kommission, umfassende Organisationen der Sozialpartner in Europa stärker als bisher in den Sozialen Dialog einzubinden und ihnen organisatorische Hilfen für die Entscheidungsfindung auf konsensualem Wege anzubieten.

Teufelsbauer unterstrich, daß vor allem die Währungsunion keine andere Möglichkeit zulasse, als Entscheidungen auf europäischer Ebene gemeinsam mit verläßlichen Partnern zu treffen, die auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

"Wenn Wechselkurse nicht mehr als Notnagel für eine verpfuschte nationale Wirtschaftspolitik herhalten können und die vielbeschworene Mobilität der Arbeitnehmer nur eingeschränkt an Dynamik gewinnen kann, dann muß die makroökonomische Balance durch eine verantwortungsbewußte Lohnpolitik gefunden werden", stellte Teufelsbauer fest. Entscheidend sei dabei eine europaweite Orientierung an der Produktivität. "Das bedeutet nicht, daß die Löhne in Portugal und in Österreich gleich hoch sein müssen, sondern daß die Parameter, an denen man sich bei den Lohnverhandlungen orientiert, überall die gleichen sind", so Teufelsbauer.

Georg Fischer von der Generaldirektion V der Europäischen Kommission wies darauf hin, daß die Kommission größten Wert darauf lege, daß die Sozialpartner bei der Erstellung und der Umsetzung der nationalen Beschäftigungspläne eingebunden sind. "Die Regierungschefs haben ein klares Signal gesetzt: ohne die Sozialpartner können die Ziele der Beschäftigungspolitik nicht erreicht werden", sagte Fischer. "Entscheidend wird jedoch sein, ob wir mehr miteinander reden oder ob der Lobbyismus stärker wird. Die politische Vernunft sagt uns, daß wir mehr Dialog brauchen", so Fischer.

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Martin Hoffmann

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