WKÖ führt "Fact-Finding"-Mission in den Irak durch

Geschäftsmöglichkeiten im Rahmen des "Oil for Food"- Programms sollen vor Ort ausgelotet werden

PWK - Von Montag, dem 28. September, bis zum 3. Oktober führt die Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer Österreich mit einer österreichischen Firmendelegation eine "Fact-Finding-Mission" in den Irak durch. "Damit soll jenen österreichischen Firmen, die auf Waren, die im Rahmen des "Oil for Food"-Programms der Vereinten Nationen geliefert werden dürfen, spezialisiert sind, ermöglicht werden, sich vor Ort über die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Geschäftsabwicklung mit dem Irak zu informieren", erklärt der Leiter des WKÖ-Nahostreferates, Fritz Langer. ****

Erlaubte Waren sind vor allem Grundnahrungsmittel, medizinisch-pharmazeutische Erzeugnisse, medizinische Geräte sowie Ersatzteile für Wasseraufbereitungsanlagen, Spitäler, Ölförder- und Transportanlagen. Die Güter und Exportmengen in den Irak werden von der UNO genau kontrolliert, wodurch die Geschäftsabwicklung für die ausländischen Lieferanten mit einigem bürokratischen Aufwand verbunden ist.

Bis zum zweiten Golfkrieg (1990/91) war der Irak einer der wichtigsten Handelspartner Österreichs im Nahen Osten. Der höchste österreichische Export in den Irak konnte 1982 erreicht werden und betrug damals 4,5 Mrd Schilling. Seit der Verhängung der UN-Sanktionen in Form eines umfassenden Handels- und Firmenembargos sind die Wirtschaftsbeziehungen Österreichs wie auch aller anderen Handelspartner des Irak auf den Bereich der humanitären Hilfe beschränkt.

Seit 1996 ist das "Oil for Food"-Programm operativ wirksam, in dessen Rahmen Österreich 1996 Waren im Wert von 1,7 Mio, 1997 um 18,2 Mio und im ersten Halbjahr 1998 immerhin bereits um 66 Mio Schilling in den Irak lieferte. Handelte es sich vor dem Embargo vor allem um Maschinen- und Anlagenlieferungen am Energiesektor, liegt der Schwerpunkt derzeit bei Pharmazeutika, medizinischen Geräten und Wasseraufbereitungsanlagen.

Die Exporte des Irak sind gemäß "Oil for Food" auf Erdöllieferungen bis derzeit knapp über 4 Mrd US-Dollar beschränkt. Österreich bezog seit dem Embargo bis 1996 praktisch keine Lieferungen aus dem Irak. "1997 hingegen importierten wir bereits Rohöl im Wert von 1,6 Mrd Schilling, im ersten Halbjahr 1998 betrugen die Importe 815 Mio Schilling was einer Steigerung von 28,4 Prozent entspricht", berichtet Langer.

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Dr. Fritz Langer

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